Saison 2005/2006
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Die Lage ist nicht hoffnungslos“

Heute wollen wir einmal den Spieß umdrehen und alle niederschmetternden Tatsachen rund um den 1. FC Köln ignorieren. Sehen wir es positiv. Viel mehr bleibt allen Verantwortlichen und Anhängern des Traditionsvereins auch nicht mehr übrig. Klammern wir uns also an den oft bemühten Strohhalm. Freuen wir uns über die folgende statistische Feindaten:
 
Der 1. FC Köln hat wie schon am letzten Spieltag den Rückstand zum rettenden Ufer um einen Punkt verringert. Aus 5 Punkten Distanz wurden inzwischen nur noch 3 Zähler. Wenn man so will, kann der FC den Klassenerhalt wieder aus eigener Kraft“ schaffen, schließlich gastieren die momentan auf Platz 15 rangierenden Nürnberger (wie auch Duisburg, Bielefeld, Wolfsburg oder Frankfurt) noch im RheinEnergie Stadion. Die Mannschaft des rührigen schweizer Bergdoktor“ ist seit drei Spielen ungeschlagen. In den letzten beiden Heimspielen blieben die Geißböcke ohne Gegentor.
 
Und Sie werden lachen. All diese erfreulichen Fakten wurden nach dem 0:0 des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund tatsächlich bemüht. Die erste Halbzeit war die beste, seit ich den FC trainiere“, jubelte Trainer Hanspeter Latour. Die Tabellenkonstellation ist ungünstig für uns. Aber die Lage ist nach dieser Leistung nicht hoffnungslos. Der Dreier wird bald kommen. Wir machen kleine Schritte in die richtige Richtung.“ Immerhin bemerkte er auch: Ich weiß, ich sehe die Lage durch eine extreme FC-Brille. Wir haben jetzt dreimal nicht verloren, sind mutig aufgetreten, haben dagegen gehalten und hatten in der ersten und zweiten Hälfte unsere Torchancen. Sogar noch kurz vor Schluss beim Podolski-Schuss. Wir sind jetzt nach dieser Woche das Verlierer-Image ein bisschen los. Jetzt muss der Riesenaufwand, den wir betreiben, auch einmal mit einem Sieg belohnt werden.“ Auch der letzte Platz in der Tabelle macht Latour keine Angst. Wir haben nicht wie ein Tabellenletzter gespielt. Mich interessiert auch nicht, was in der Hinrunde war. Seit ich die Mannschaft übernommen habe, haben wir ein schlechtes Spiel in Mainz abgeliefert und dreimal hintereinander gepunktet. In meiner Tabelle stehen wir z.B. vor dem VfB Stuttgart“, meint er mit durchaus ernster Mine in Anspielung auf das Rückrunden-Klassement. Wenn ich nicht vom Klassenerhalt überzeugt wäre, hätte ich die Aufgabe nicht übernommen. Ich stand ja nicht auf der Straße, sondern hatte in Zürich einen guten Job bei einem guten Verein, der im internationalen Geschäft spielt.“
 



 
Wir schaffen den Klassenerhalt.“ Marco Streller und Hanspeter Latour sind guter Dinge.

 
Wenn man den Trainer so reden hört, möchte man ihm fast glauben. Seine Spieler tun es zumindest. Marco Streller sagt: Er ist ein sehr positiver Trainer. Mit ihm steigen wir sicher nicht ab.“ Dann wollen wir heute auch nicht weiter nachkarten und die unsägliche Minusserie breit treten. Also, der FC ist ab sofort nicht mehr seit 16 Spielen sieglos, sondern seit nunmehr drei Partien ungeschlagen. Da müssen sich die kommenden Gegner aus der unmittelbaren Nachbarschaft (Mönchengladbach und Leverkusen) warm anziehen. Wäre doch gelacht ...
 
Tobias Gonscherowski