Saison 2006/2007
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„Das Schlimmste, was einem im Fußball passieren kann“

Und wenn Du glaubst schlechter geht es nicht mehr, kommt von irgendwo ein Kicker des 1. FC Köln daher. So ungefähr geht es den Anhängern des rheinischen Traditionsvereins. Statt das grottenschlechte Getaumel der leblosen Söldnertruppe mit dem sonst üblichen Pfeifkonzert zu belegen, feiern die Fans gelungene 3-Meter-Pässe ihrer fußkranken Stolperer mit einem höhnischen „Olé“. Nach dem spielentscheidenden 0:2 der keineswegs stark auftrumpfenden Gäste aus Fürth sangen die hartgesottenen Südkurvenbesucher „So ein Tag, so wunderschön wie heute“. 
 

So betrat dann auch ein sichtlich blasser und angeschlagener Christoph Daum das Podium im Presseraum. Um Fassung ringend kommentierte er die niederschmetternde 0:2-Niederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth (nach Toren von Andreasen und Cidimar vor 37.000 Zuschauern, dem drittschlechtesten Saisonbesuch). Seine folgenden Aussagen lassen vermuten, dass sich der erfolgsverwöhnte Startrainer diese Trümmertruppe in der kommenden Saison nicht mehr antun wird.
 
„Mir fällt nicht mehr sehr viel ein. Weder kritische Worte, noch aufbauende Worte. Wir stehen wieder mit leeren Händen da. Ich muss nun versuchen, die Spieler wieder für die restlichen Spiele aufzurichten.“
 
„Das war eine Riesenenttäuschung. Die Spieler gehen nicht energischer zu Werke. Von der Abwehr bis zum Angriff fehlen die letzten Prozentpunkte. Das hat mit Qualität zu tun.“
 
„Es fehlt in den entscheidenden Bereichen. Es gibt keinen Grund für einen überzogenen Optimismus für die Zukunft. Mit zwei, drei neuen Spielern ist es nicht getan. Das werde ich mit dem Vorstand klar besprechen.“
 
„Hohn und Spott von den Rängen, wenn Du nur noch belächelt wirst, das ist das Schlimmste, was einem im Fußball passieren kann. Und ich stehe mittendrin und habe die Verantwortung. Das tut verdammt weh. So etwas habe ich noch nie erlebt.“
 
„Ich muss jetzt einmal für zwei bis drei Tage aussteigen und mir meine Gedanken unabhängig vom Tagesmisserfolg machen und eine Entscheidung treffen.“
 
„Es ist nicht alles schlecht, es gibt aber auch nichts zu beschönigen. Es gibt auch keinen Zweckoptimismus. Wir müssen wichtige Diskussionen führen und uns neu aufstellen. Der Wille der Spieler ist durchaus vorhanden, die Trainingsleistungen sind ordentlich, aber im Spiel siehst Du deutlich die Grenzen aufgezeigt.“
 
„Hier könnte Benitez als Cheftrainer arbeiten mit Mourinho als Assistent und Hitzfeld und Wenger als Sportdirektoren. Die Ergebnisse wären nicht viel anders.“
 
„Ich habe nicht meinen Ruf im Auge. Ich kann mich erfolgreich einbringen. Ich bin aber nicht gerade erfolgsverwöhnt und komme aus den negativen Gedanken nicht heraus.“
 
„Das ist sportlich die schwierigste und enttäuschendste Phase in meinen 22 Jahren als Cheftrainer. Das geht nicht spurlos an mir vorbei. Ich will dem FC helfen, aber ich kann nicht viel davon erkennen.“
 

 
Tobias Gonscherowski