Saison 2006/2007
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Auf diesem Spiel können wir aufbauen“

Es war ein Spiel, wie es die Mannschaft des 1. FC Köln in den letzten Monaten so oft abgeliefert hat. Und es war doch etwas ganz Besonderes. Denn die Stimmung im Stadion hatte bereits ihren Tiefpunkt vor dem Anpfiff erreicht. Es war mucksmäuschenstill im Kölner Fanblock, der trotz der Boykottaufrufe der Fanclubs (Draußen bleiben! Keine Leistung – keine Stimmung!“) zu gut zwei Dritteln gefüllt war. Da konnten sich der Stadionsprecher noch so redlich bemühen (Die Personen wechseln, der 1. FC Köln bleibt“), da konnte die FC-Hymne aus den Lautsprechern dröhnen, die Fans – immerhin 36.000 ‑ blieben abgesehen vom Pfeifkonzert nach Spielende ruhig. Und so lief auch ein leidenschaftsloses Gekicke ab, in dem die hausbackenen Gäste aus Paderborn durch ein Traumtor von Garry de Graef in Führung gingen (16. Minute) und in dem der nach wie vor den Kölner Anhängern verhasste FC-Jungstar Patrick Helmes nur neun Minuten später den Ausgleich und damit das spätere Endresultat markierte.
 
Viel mehr wurde nicht geboten. Außer vielleicht ein paar bemühten Halbchancen, dem Ansinnen des Publikums, Patrick Helmes möge sich wieder umgehend der Kapitänsbinde entledigen (Patrick, zieh’ die Binde aus, Du W...“), die er vom ausgewechselten Lukas Sinkewiez überreicht bekommen hatte und einem Stadionsprecher der aus den Gästen aus Ostwestfalen kurzerhand den Karlsruher SC machte.
 

 
Viele Fans boykottierten die 1. Hälfte.
 

Hätten die Kölner gegen den aktuellen Tabellenführer aus dem Badischen 1:1 gespielt, vielleicht hätte Christoph Daum dann mehr Verständnis für seine bemüht positive Sicht der Dinge erhalten. Jedenfalls hatte der frühere Meistercoach exklusiv Ansätze gesehen, die mich positiv stimmen. Darauf können wir aufbauen.“ Auf die irritierte Nachfrage, was denn so positiv an dem 1:1 gewesen sei, schwadronierte Daum: Es war positiv, wie wir nach der turbulenten Woche (nach dem 0:5 beim Tabellenvorletzten Rot-Weiß Essen am Karnevalssonntag, die Red.) das 0:1 weggesteckt haben. Ich hatte Bedenken, wie die Mannschaft mit einem Rückstand umgeht. Wir haben schnell den Ausgleich gemacht. Die Spieler trauen sich etwas, sie werden wieder auf den Erfolgsweg zurück finden. Uns fehlte ein Quentchen Glück.“
 
Daum war mit seinen Ausführungen noch nicht ganz fertig, da fühlte sich der wie die vielen Medienvertreter ebenfalls erstaunte Gästecoach Holger Fach dazu berufen, etwas klarzustellen: Es soll hier nicht Eindruck entstehen, wir hätten Glück gehabt. Wir hätten schon, wenn der Kopfball an die Latte reingeht, 2:0 führen können, ehe der FC die erste Chance hatte. Wir hätten das Spiel auch gewinnen können.“ Womit zu diesem Spiel alles gesagt wäre.
 

 
Tobias Gonscherowski