Saison 2006/2007
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Momentan sind alle Spieler am Boden“

Der 1. FC Köln verliert in der 2. Bundesliga im Kampf um die Aufstiegsplätze weiter dramatisch an Boden. Seit mittlerweile unglaublichen acht Spielen ist der FC sieglos. Jetzt gab es auch gegen die Münchener Löwen eine verdiente 1:2-Heimniederlage. Doch in der nasskalten November-Tristesse sorgte die Verpflichtung von Christoph Daum als neuer Cheftrainer für einen Hoffnungsschimmer am dunklen Horizont. Der frühere Kölner Coach unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010 bei den Geißböcken, der auch für den inzwischen nicht mehr ganz so unrealistischen Fall gilt, dass der 1. FC Köln auch in der kommenden Spielzeit in der Zweitklassigkeit verbleibt. Dass für den Traditionsverein vom Rhein die Punktedifferenz zu den Abstiegsrängen sogar geringer ist als der Rückstand zum Aufstiegsplatz, sei hier nur am Rande erwähnt.


 

Vor 44.800 Zuschauern begannen die Kölner das Spiel zwei nach Hanspeter Latour engagiert und zielstrebig. Bereits in der 6. Minute hatte Matthias Scherz den FC in Führung gebracht. Danach plätscherte die Begegnung vor sich hin, Milivoje Novakovic vergab das möglich 2:0, dann war Halbzeit. Im zweiten Durchgang lief beim Team von Interimstrainer Holger Gehrke nichts mehr zusammen. Das Offensivspiel wurde eingestellt, Carsten Cullmann, Denis Epstein und Bernt Haas unterliefen haarsträubende Fehler. Die Sechziger wurden stärker, glichen durch Nicky Adler (55. Minute) aus und kamen in der 84. Minute durch den eingewechselten Patrick Milchraum zum Siegtreffer.
 


Interimstrainer Holger Gehrke beklagte fehlendes Glück
 
Der völlig niedergeschlagene Holger Gehrke sprach nach der schwachen Vorstellung seiner Elf davon, dass die Mannschaft kämpferisch alles gegeben“ habe und er ihr keinen Vorwurf“ machen könne. Es tut mir weh, wenn ich in die traurigen Gesichter der Spieler blicke. Sie sitzen völlig niedergeschlagen in der Kabine. Es tut mir auch weh für die Verantwortlichen im Verein, die zuletzt sehr in der Kritik standen.“ Und: Es gab mehrere Knackpunkte im Spiel. Zum einen die Verletzung von Matthias Scherz, der schon nach einer halben Stunde raus musste. Dann die vergebene Chance zum 2:0. Und dann der Fehler bei der Standardsituation. Wir haben wieder ein enges Spiel wie so oft in der Saison verloren. Die Waage kippte wieder in die falsche Richtung. Das Glück hat gefehlt. Ausgerechnet gegen uns machen die Sechziger ihr bestes Saisonspiel.“ Mit fehlendem Glück sind die fußballerisch zuletzt äußerst dürftigen Vorstellungen allerdings nicht zu erklären.


Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma nahm Stellung zum Thema Daum
 
Deshalb wurden dem neuen Trainer Christoph Daum auch neue Spieler in der Winterpause versprochen. Der frühere Meistertrainer soll nach dem Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am kommenden Sonntag sein Engagement beginnen, vorausgesetzt sein angeschlagener Gesundheitszustand lässt dies zu. Wir sind sicher, dass wir die beste Lösung für den 1. FC Köln gefunden haben“, hofft Manager Michael Meier, der den zuweilen grotesk anmutenden Verhandlungsmarathon mit dem extrovertierten Trainer also doch noch erfolgreich zu Ende brachte.
 
Die Kölner Spieler hielten sich direkt nach Spielende noch bedeckt in Sachen Christoph Daum. So auch Matthias Scherz, der sich den Fragen der Medienvertreter stellte. 
 


Frage: 1:2 gegen 1860 München. Wie haben sie das Spiel gesehen?
Matthias Scherz: Wir haben gut angefangen, aber in der ersten Halbzeit versäumt, das Spiel zu entscheiden. Dann haben wir es nach einer Standardsituation aus der Hand gegeben. Danach haben wir im Spiel gar nicht mehr richtig stattgefunden. Die Sechziger haben uns dann den K.-o. verpasst.
 
Frage: Der 1. FC Köln ist seit acht Spielen sieglos. Wie soll das weitergehen?
Scherz: Die wichtigste Aufgabe für unsere Mannschaft besteht jetzt darin, mal wieder ein Spiel zu gewinnen. Es wäre gut, wenn wir damit so schnell wie möglich anfangen würden. Am besten in der nächsten Woche in Fürth.
 
Frage: Der Abstand auf die Abstiegsplätze beträgt nur noch 5 Punkte. Wird die Situation langsam kritisch?
Scherz: Unser Hauptziel muss wie gesagt sein, überhaupt wieder einmal ein Spiel zu gewinnen. Momentan sind alle Spieler am Boden, was ja auch verständlich ist. Aber wir werden als Mannschaft wieder aufstehen und gestärkt in Fürth auftreten.
 
Frage: Sie sind der Routinier der Mannschaft. Wie muss die Mannschaft jetzt mit der Misere umgehen?
Scherz: Wir müssen Einzelgespräche führen und uns untereinander unterhalten. Wir dürfen uns jetzt aber auf keinen Fall gegenseitig Vorwürfe machen.
 
Frage: Können Sie uns irgendetwas zu der Personalie Christoph Daum sagen?
Scherz: Nein. Ich kann da gar nichts zu sagen, weil ich nur die Gerüchte aus der Käseglocke kenne, die über der Stadt hängt. Uns ist er noch nicht vorgestellt worden. Es hat von uns Spielern auch keiner Einfluss darauf.
 
Tobias Gonscherowski