Saison 2006/2007
Öffnen
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button

Der momentane Tabellenplatz hat noch keine Aussagekraft“

Der 1. FC Köln hat in der 2. Bundesliga das Siegen verlernt. Seit nunmehr vier Spielen warten die Geißböcke auf einen Sieg im Liga-Alltag. Gegen den bisherigen Tabellenführer Hansa Rostock kam der FC trotz zweimaliger Führung nicht über ein 2:2-Unentschieden vor erneut beeindruckenden 46.500 Zuschauern hinaus. Die Schützlinge von Trainer Hanspeter Latour stagnieren nach drei Remis’ in Folge auf Platz 5. Der schöne Pokaltriumph über Schalke 04 kann nicht überdecken, dass die Kölner ihren Ansprüchen hinterher hinken und bei einem Kaiserslauterner Sieg gegen Freiburg am Montag bereits vier Punkte hinter den Aufstiegsrängen liegen könnten.


Immerhin, das Spiel gegen Hansa Rostock war sehenswert und hochklassig. Der FC machte mächtig Dampf, der ungeschlagene Spitzenreiter hielt dagegen. Es entwickelte sich eine Partie auf hohem Zweitliganiveau. Rostock hat sich gut zur Wehr gesetzt und auch versucht Fußball zu spielen“, lobte Kölns Mittelfeldregisseur Thomas Broich den Gegner. Trotzdem wäre ein Sieg von uns auch verdient gewesen.“ Nach Toren von Milivoje Novakovic und Adil Chihi lagen die Kölner zweimal in Front, zweimal setzte es nach Standardsituationen ärgerliche Gegentreffer (durch Enrico Kern und Sebastian Hähnge). Der späte Ausgleich in der 85. Minute verdarb den Kölnern die Stimmung.
Wir sind uns schon bewusst, dass unsere Situation zwar noch nicht total prekär ist, dass wir aber natürlich nicht den Anschluss verlieren dürfen“, warnte Broich. Ein Punkt ist in unserer Tabellensituation zu wenig“, bemängelte auch Hanspeter Latour. Aber das Ergebnis ist gerecht.“ Manager Michael Meier versuchte derweil, Ruhe zu bewahren. Der momentane Tabellenplatz hat noch keine Aussagekraft“, meinte Meier in der Fragestunde nach dem Spiel.



Frage: Hansa Rostock und der Karlsruher SC sind dem FC jetzt schon sechs Punkte voraus. Verliert der 1.FC Köln den Anschluss an die Spitze?

Michael Meier: Wir müssen jetzt beim nächsten Auswärtsspiel in Koblenz die Punkte holen. Aber das hätten wir ohnehin gemusst. Unsere Ausgangslage hat sich ein bisschen verändert. Gegen Rostock konnten wir nach dem Spiel gegen Schalke mit breiter Brust auflaufen. Wir brauchen jetzt eine Serie. Wenn die Mannschaft aber einmal ans Laufen kommt, habe ich auch keine Bedenken.

Frage: Nach dem 4:2 im Pokal gegen Schalke hat der FC es versäumt, in der Liga nachzulegen.
Meier: Heute hatten wir eher positiven Druck. Wir wussten, dass wir nach dem Pokalspiel die Unterstützung haben würden und haben gehofft, dass wir dieses Spiel fortsetzen können. Aber vielleicht fehlt da noch die Selbstsicherheit gerade nach der Führung.

Frage: Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus den ersten neun Spielen?
Meier: Dass wir nicht die Mannschaft sind, die die 2. Liga dominiert, jedenfalls noch nicht. Das ist völlig klar. Andere Mannschaften wie Rostock und auch Karlsruhe sind schon eingespielt. Die haben schon die Selbstsicherheit, die haben schon Spiele nach Hause geschaukelt. Denken Sie an das Spiel des KSC gegen Kaiserslautern oder das gegen Burghausen. Da haben die sich den Finger in der Nase gebrochen vor Glück. Das gibt natürlich Selbstbewusstsein. Und in kritischen Situationen hat man dann ein Deja-vu-Erlebnis.

Frage: Wie ordnen Sie die Situation ein, vorausgesetzt Kaiserslautern gewinnt morgen? Ist die Situation dann bei vier Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz schon bedenklich?
Meier: Wir können erst eine Aussage haben, wenn wir den November hinter uns haben. Der momentane Tabellenplatz hat noch keine Aussagekraft.

Tobias Gonscherowski