Saison 2006/2007
Öffnen
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button

Wir haben die richtige Reaktion gezeigt“

 So ein Tag, so wunderschön wie heute.“ Schon lange hatten die Fans des 1. FC Köln einen solchen Abend nicht mehr erleben dürfen. Und so feierten sie den triumphalen 4:2-Sieg nach Verlängerung gegen den Tabellenzweiten der Bundesliga ausgelassen mit La-Ola-Welle und kölschen Karnevalsliedern.

Der 1. FC Köln hatte den Favoriten Schalke 04 nach 120 turbulenten Minuten vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften RheinEnergieStadion hochverdient aus dem Wettbewerb gekegelt und Wiedergutmachung für drei schwächere sieglose Spiele im Liga-Alltag betrieben. Angetrieben von einem überragenden Thomas Broich lag der FC nach einem Eigentor des Schalkers Rodriguez und dem ersten Treffer von Milivoje Novakovic zur Pause mit 2:0 vorn, dann kam Schalke auf. Erst verkürzte durch Löwenkrands auf 1:2, dann schwächte sich S04 durch einen dummen Platzverweis von Bajramovic selbst, um kurz darauf doch zum Ausgleich (wiederum Rodriguez) zu kommen.


Letzte Erfrischungen vor der entscheidenden Verlängerung.


Doch in der Verlängerung dominierte der FC wieder nach Belieben. Thomas Broich krönte seinen Galaauftritt mit dem 3:2, ehe Adil Chihi den Knappen den K.O. versetzte. Zu den besten Kölnern gehörte auch der aus Dortmund geholte Salvatore Gambino, für den es in Köln bislang nicht so gut gelaufen war. Auf gerade einmal fünf Kurzeinsätze als Einwechselspieler brachte es der offensive Mittelfeldakteur in den ersten acht Liga-Begegnungen.

Doch der 22-Jährige stellte sich der für ihn schwierigen Situation, behielt die Ruhe und bot sich im Training immer wieder an. Mit Erfolg. Im Pokalhit gegen Schalke 04 gehörte er erstmals der Startelf an und wirbelte auf der rechten Außenbahn die routinierte Schalker Hintermannschaft ein ums andere Mal durcheinander.


Nach seinem beherzten Alleingang in der 34. Minute fälschte der Schalker Rodriguez einen Gambino-Schuss ins eigene Netz ab. Doch die Fans im Stadion feierten Salvatore Gambino als Torschützen. Der war nach dem 4:2-Sieg ein gefragter Interviewpartner.




Salvatore Gambino im Gespräch

Frage: Salvatore Gambino, Glückwunsch zum Erreichen des Achtelfinales im DFB-Pokal. Wie ordnen Sie den Sieg gegen den FC Schalke 04 ein?

Salvatore Gambino: Es war wichtig, dass wir gewonnen haben. Noch drei sieglosen Spielen in der Liga sind wir jetzt im DFB-Pokal gegen Schalke 04 eine Runde weiter gekommen. Und das ist ja keine schlechte Mannschaft.

Frage: Wenn Matthias Scherz die Chance zum 3:0 nutzt, wäre das Spiel wahrscheinlich frühzeitig entschieden gewesen. So wurde es doch noch einmal eng.
Gambino: Ja, das stimmt. Wir haben 2:0 zur Halbzeit geführt, haben uns dann vorgenommen, in den ersten zwanzig Minuten nach der Pause dem Schalker Druck standzuhalten. Es war ja klar, dass die kommen würden. Und dann stand es auf einmal trotzdem 2:2 und wir mussten in die Verlängerung. Ich glaube, man kann der Mannschaft ein Kompliment dafür machen, dass sie dann noch einmal so zurückkam. Insgesamt haben wir ein Super-Spiel gemacht. Es kam uns dabei auch entgegen, dass Schalke mitgespielt hat und sich nicht hinten reingestellt hat, wie das die meisten Gegner in der 2. Liga tun.

Frage: Es war Ihr erster Auftritt von Anfang an. Es war das erste Spiel nach dem schwachen 0:0 von Unterhaching. Wie sehen Sie Ihre persönliche Situation in Köln?
Gambino: Wir haben jetzt nach dem Spiel in Unterhaching gegen Schalke die richtige Reaktion gezeigt. Wir haben viel besser Fußball gespielt. Ich glaube, ich habe eine relativ gute Partie gemacht. Im Dribbling eins gegen eins zu gehen, ist ja eine meiner Stärken. So bin ich auch in der Situation durchgekommen, die zum 1:0 geführt hat. Dass ich das 1:0 vor der Halbzeit geschossen habe, das tat wirklich gut.

Frage: Sie haben ja in Köln einen schwierigen Start hinter sich mit relativ wenig Einsatzzeiten. Da hatten Sie sich sicherlich selbst mehr von Ihrem Wechsel von Dortmund nach Köln erhofft.
Gambino: Natürlich habe ich mir das ein bisschen anders vorgestellt. Der Trainer hat aber gesehen, dass ich auch im Training Gas gegeben habe und dass ich immer ruhig geblieben bin. Ich hoffe, dass ich mit dem heutigen Spiel gezeigt habe, dass ich in die Mannschaft gehöre.

Frage: Gibt es eine Erklärung für dieses großartige Spiel gegen Schalke nach den Enttäuschungen der letzten Wochen?
Gambino: Wir haben ja keine schlechte Mannschaft. Das haben wir heute einmal richtig gezeigt. Wir müssen das Positive dieses Pokalsieges mitnehmen in die Liga. Jetzt kommt am Sonntag Hansa Rostock, das an erster Stelle steht. Wenn wir gegen die so spielen wie gegen Schalke, kann nichts schief gehen.

Tobias Gonscherowski