Saison 2006/2007
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“Wir sind momentan einfach gut drauf”

Nach dem Spiel waren alle zufrieden. Die Verantwortlichen des 1. FC Köln sowieso und sogar der Gästetrainer von Eintracht Braunschweig. Michael Krüger sprach nach der 1:4-Packung seiner Elf vom “besten Saisonspiel” und erntete dafür nicht nur verständnisloses Kopfschütteln. Immerhin hatten die Niedersachsen nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden des Kölner Wirbelwindes Patrick Helmes gut 30 Minuten mithalten können. Das war aber viel zu wenig, um den erneut über weite Strecken starken FC wirklich in Bedrängnis zu bringen.

Patrick Helmes gelang sein dritter Doppelpack.


Patrick Helmes war in den 37 Minuten, die er mitwirkte, der beste Mann auf dem Platz. Schon in der 1. Minute wurde er elfmeterrreif gefoult, in der 10. und 17. Minute versenkte er die Kugel im Braunschweiger Tor. Damit stehen bei ihm bereits drei Doppelpacks in dieser noch jungen Saison zu Buche. Dann musste der 22-Jährige verletzt raus. Helmes wurde von Oldie Matthias Scherz ersetzt, der ebenfalls zweimal einnetzte. Nach dem zweiten klaren Heimsieg der Saison stellte sich Patrick Helmes, der noch vor zwei Jahren auch vom Gegner Eintracht Braunschweig umworben wurde, den Fragen der Medienvertreter.

Super-Stimmung in der Südkurve schon vor dem Spiel.

Frage: Patrick Helmes, Glückwunsch zum Sieg. Die Stürmer treffen weiter wie sie wollen und den FC zur Tabellenführung geschossen. Wie haben Sie es gesehen?
Helmes: Im Moment läuft es bei allen Stürmern. Wenn einer mal nicht trifft, treffen die anderen. Wir hatten zwischendurch eine halbe Stunde, wo es nicht so gut lief. Der Trainer hat uns in der Halbzeit gesagt, dass wir wieder einfach Fußball spielen sollen. Das haben wir dann getan. Wir sind zwar nach der Pause nicht so gut reingekommen, hatten das Spiel aber ab der 65. Minute wir das Spiel wieder vollkommen im Griff. Wir haben noch zwei Tore draufgesetzt und es völlig verdient 4:1 gewonnen.

Frage: Sie mussten noch vor der Halbzeit raus. Wie schwer ist die Verletzung?
Helmes: Ich weiß noch nicht genau, was es ist. Ich mache einen langen Ausfallschritt und komme unglücklich auf. Dann zieht es rein, und ich konnte mich nicht mehr richtig bewegen. Ich bin dann sicherheitshalber raus. Ich hoffe, ich bin bis zum nächsten Spiel wieder fit. Bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit.

Frage: Die Fans haben wieder für eine Riesenstimmung gesorgt und das trotz der schlechten Spiele gegen Jena.
Helmes: Über die Fans brauchen wir nichts mehr zu sagen. Es ist einmalig, was hier in Köln los ist. 40.000 in der zweiten Liga, das haben vielen Erstligisten nicht. Wir sind stolz auf unsere Fans und hoffen, dass es so weiter geht.

Frage: Glauben Sie, dass jetzt die Pleite von Jena vergessen ist?
Helmes: Ja, klar. Ich glaube, es gab noch keine Mannschaft, die 34 Spiele gewonnen hat. Auch wir werden noch verlieren. Das ist in Jena halt passiert. Dann haben wir zwei Wochen lang ein bisschen auf die Schnauze bekommen. Aber ich glaube, jetzt ist alles wieder gut.

Während des Interviews sieht sich Helmes noch einmal seine Tore im TV an.

Frage: Ihr Spiel lebt von der Fitness. Es hatte beim Spiel in Jena so ausgesehen, als seien Sie nach den Länderspielen mit der U21 etwas müde.
Helmes: Stimmt, beim Pokalspiel in Jena war ich nicht richtig zu 100 Prozent körperlich fit. Man hat schon gemerkt, dass ich ein bisschen schwerfällig war. Aber dann bin ich eben nach 60 Minuten raus. Jetzt hatte ich eine Woche Zeit, mich zu regenerieren. Das ist ganz gut gelungen.

Frage: Vier Spiele, sechs Tore. Ein Superbilanz. Spielen Sie am Limit, wie viele Tore werden das noch?
Helmes: Weiß ich nicht, wird sich zeigen. Ich schieße drauf los und schaue, was bei rumkommt.

Frage: Fühlen Sie sich in der 2. Bundesliga unterfordert?
Helmes: Nein, nein. Unterfordert kann man nicht sein. Wir haben eben eine echt gute Mannschaft. Da bekomme ich viele Dinger vorgelegt oder nutze die Fehler der Gegner aus. Wir sind momentan einfach gut drauf. Das kann auch ruhig so weitergehen.

Tobias Gonscherowski