Saison 2006/2007
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Es werden noch ganz andere Kaliber kommen“

Nach einer starken Vorstellung und einem munteren Schützenfest grüßt der 1.  FC Köln bereits am 2. Spieltag als Tabellenführer den Rest der Liga. Wacker Burghausen war zu keiner Phase des Spiels in der Lage, dem überfallartig agierenden FC Gegenwehr zu leisten. Schon in der 2. Minute hätte Patrick Helmes die Kölner in Führung bringen können. Doch bereits drei Minuten später hatte sein Pressing gegen die total überforderte Gästeabwehr Erfolg. Nach Querschläger und Ausrutscher konnte Helmes im Strafraum aus kurzer Distanz den völlig freistehenden Youngster Adil Chihi bedienen, der unbedrängt zur Führung einschob und sich von den 41.000 Zuschauer feiern ließ.

Das neue Kölner Sturmpaar mischte die Wackeren“ mühelos auf. Schon nach 30 Minuten stand es nach weiteren Treffern von Ricardo Cabanas, der sein erstes Pflichtspieltor für den FC markierte, und erneut Chihi 3:0. Überhaupt Adil Chihi. Der gebürtige Düsseldorfer (!) hat die Herzen der Fans mit seiner unbekümmerten Art im Sturm erobert. Der gerade einmal 18-jährige Vollblutfußballer rackert mit einem etwas unorthodox ausschauenden Laufstil unermüdlich, sucht permanent den Abschluss und macht im Moment einfach alles richtig. Er spielt so gut, dass ihn der Trainer zu seinem eigenen Schutz schon nach 45 Minuten aus der Mannschaft nimmt, weil er ihn langfristig behutsam aufbauen möchte. Trotzdem ist Latour clever genug, den gebürtigen Marokkaner mit deutschem Pass, immer wieder ins Spiel zu werfen, um die Gunst der Stunde und seine gute Form zu nutzen“.

18 Jahre alt, unbekümmert, torgefährlich, dazu die Nummer 36 auf dem Trikot, klar, dass da in Köln Erinnerungen wach und Vergleiche angestellt werden mit einem, auf den diese Attribute genauso zugetroffen haben und der jetzt beim FC Bayern kickt. Doch mit Lukas Podolski will Chihi nicht verglichen werden. Und das ist gut so. Für Chihi kam ab der 46. Minute Matthias Scherz, und es dauerte nicht einmal 60 Sekunden, da hatte auch der Oldie sein Tor gemacht. Nach einer Stunde stand dann auch Patrick Helmes nach einem Einwurf (!) urplötzlich  mutterseelenallein vor Burghausens Torhüter Gospodarek und es hieß 5:0. In dieser ersten Stunde hatten die Geißböcke überragend gespielt, mit hohem Tempo und einer tollen Chancenverwertung. Danach ließen sie es zum Ärger von Latour ruhiger angehen, Burghausen gelang durch Nicu der Ehrentreffer. Schwamm drüber.

7:1-Tore, 6 Punkte, die Stürmer Helmes, Chihi und Scherz alle zweifache Torschützen, der Saisonauftakt ist gelungen, auch wenn Latour monierte, dass er noch nicht wisse, wo der FC stehe. Es werden noch ganz andere Kaliber kommen, die uns alles abverlangen werden“, warnte der Schweizer. Die Prüfungen stehen noch aus.“

Tobias Gonscherowski