Saison 2007/2008
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Duselsieg in „Folterkammer“

So unterhaltsam die Heimspiele des 1. FC Köln auch in dieser Saison sind, sie verlaufen zuletzt in schöner Regelmäßigkeit nach dem gleichen Strickmuster. Wie schon gegen Freiburg, Offenbach und Paderborn ging der FC früh in Führung. Doch statt den Gegner weiter unter Druck zu setzen, zogen sich die Domstädter weit in die eigene Hälfte zurück, überließen den Gästen die Initiative und bettelten förmlich um die Gegentore. Gegen das auswärtsschwächste Team des deutschen Profi-Fußballs vergeigten die Kölner sogar wieder einmal eine 2:0-Führung. Dennoch reichte es vor 34.000 Zuschauern zum dritten Heimsieg in Folge. Wie schon gegen Paderborn war der Sieg äußerst glücklich und vor allem der Treffsicherheit von Stürmer Milivoje Novakovic zu verdanken, der mit seinen Saisontreffern 10 und 11 die vagen Kölner Aufstiegshoffnungen am Leben erhält.

Nemanja Vucicevic fliegt vergeblich.

Im Gegensatz zur letzten Heimpartie gegen Paderborn sprach FC-Trainer Christoph Daum diesmal Klartext und verzichtete auf Schönfärberei. „Ich muss ehrlich sagen, dass das RheinEnergiestadion für mich kein Fußballstadion ist, sondern eine Folterkammer. Nach der 2:0-Führung haben wir uns unerklärlicherweise selbst in Schwierigkeiten gebracht. Nach dem 2:2 unmittelbar vor der Halbzeit gab es ein berechtigtes Pfeifkonzert. In der Kabine haben die Spieler die Köpfe hängen lassen. Sie hingen unterhalb der Kniekehle. Jeder war mit sich selbst beschäftigt. Das Beste an unserer Situation ist, dass wir gewonnen haben, dass wir trotz dieses Fehlpassfestivals zurückgekommen sind. Aber das ist ein Tanz auf der Rasierklinge.“

Torjäger Milivoje Novakovic trifft wieder. 
 
Statt sich bei seinem Topstürmer Novakovic zu bedanken, übte Daum zur allgemeinen Verwunderung harsche Kritik. „Stürmer sollen Tore erzielen. Nova ist achtmal ins Abseits gelaufen, das hätte er mindestens vier- oder fünfmal umlaufen können.“ Dagegen lobte Daum seinen Ex-Kapitän Patrick Helmes, der unmittelbar vor dem Spiel erfahren hatte, nicht aktuellen Kader von Bundestrainer Joachim Löw vertreten zu sein. „Patrick hat vom Einsatz her seit Wochen eines seiner besten Spiele gemacht.“ So ist er, der Kölner Trainer. Immer für eine Überraschung gut und dabei fast so unberechenbar wie die Darbietungen seiner Elf. Die Punktausbeute (21 Punkte aus 13 Spielen) genügt noch nicht höheren Ansprüchen. Die Leistung erst recht nicht. Aber eine gute Mannschaft gewinnt seine Spiele ja bekanntlich auch an einem schlechten Tag. Davon hat der FC in dieser Saison bereits reichlich Gebrauch gemacht.

Tobias Gonscherowski
 

Blitzstart: Co-Trainer Roland Koch im „Sprintduell“ mit Adil Chihi.

Christoph Daum instruiert Matthias Scherz. 

Pflichtsieg mühsam eingefahren: Ümit, Helmes und Novakovic. 

So sehen Sieger aus: Patrick Helmes. 

Milivoje Novakovic ist ein gefragter Gesprächspartner.