Saison 2008/2009
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Stehvermögen auch außerhalb des Platzes

Rechtzeitig zum Beginn der fünften Jahreszeit hat der 1. FC Köln wieder zu einem Höhenflug in der Fußball-Bundesliga angesetzt. Mit fünf Siegen in den letzten sieben Spielen hat sich der ambitionierte Aufsteiger in der oberen Tabellenhälfte eingenistet. Weit weg von den Abstiegsplätzen und mit bereits 19 Punkten auf dem Konto träumen die Fans nach dem mühevollen 2:1-Sieg gegen Hannover 96 schon von höheren Zielen. 

Hannovers Torwart Fromlowitz in Bedrängnis.

„Nach einigen Erfolgen ist es in Köln ja üblich, nicht über den UEFA-Cup sondern gleich über den Champions League-Sieg im nächsten Jahr nachzudenken. Das macht die kölsche Mentalität und die Begeisterungsfähigkeit der Leute aus“, meinte Hannovers Kapitän Hanno Balitsch, der vor sechs Jahren selbst für den FC kickte, nach dem Spiel augenzwinkernd. „Ich denke, die Verantwortlichen bekommen das in die richtige Bahn. Sie versuchen immer ein bisschen zu bremsen, aber auch den Enthusiasmus der Fans mitzunehmen.“
 
Mit der Einschätzung lag Balitsch allerdings nicht ganz richtig. Zwar hat FC-Trainer Christoph Daum zum heutigen Karnevalsauftakt zwei Trainingseinheiten angesetzt, doch für den weiteren Tag den Zapfhahn freigegeben. „Ich werde den Spielern sagen, wann sie zu arbeiten haben“, sagt Daum. „Es bleibt aber dann genügend Freiraum für sie, den Karneval mitzuerleben. Der Kölner Karneval ist etwas Einmaliges, darauf können wir stolz sein. Wir stehen als Verein dazu.“
 
Dass die Mannschaft zu feiern versteht, demonstrierte sie direkt im Anschluss an den Duselsieg gegen Hannover 96. Bis in die frühen Morgenstunden ließ sie es in einem stadtbekannten Partylokal krachen. „Wir haben nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch außerhalb Stehvermögen und Willensausdauer gezeigt“, scherzt Daum. „Bei uns gilt die 24 Stunden-Regel nach dem Spiel. In der Zeit dürfen alle feiern und fröhlich sein.“
 
Die Feiereinlagen stärken offensichtlich den mannschaftlichen Zusammenhalt des noch in Zweitligazeiten häufig zerstrittenen Multi-Kulti-Kaders. Die Mannschaft weiß, dass sie nur dann erfolgreich in der Bundesliga bestehen kann, wenn sie mit Leidenschaft, Einsatzwillen und Kampfgeist zu Werke geht. „Kölner Spielkultur ist Kampfkultur“, bringt es Christoph Daum auf einen einfachen Nenner.
 
Nach anfänglichen Schwierigkeiten überzeugt der 1. FC Köln mit einer erstaunlichen Konstanz in seinen Leistungen. Daum hat seine Stammbesetzung gefunden, in der auf eine starke und inzwischen eingespielte Achse baut. Trotz einiger Patzer ist Torwart Faryd Mondragon die unangetastete Nummer 1, die Innenverteidigung mit Pedro Geromel und Youssef Mohamad gehört zum Besten der Liga, im Mittelfeld dirigiert Petit seine Nebenleute und im Sturm beweist Milivoje Novakovic seine Treffsicherheit.
 
„Wir haben in kurzer Zeit Sensationelles aufgebaut. Wir müssen jetzt aber mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben. Denn wir haben noch nichts erreicht und uns lediglich eine gute Ausgangsposition erarbeitet“, versucht der Kölner Coach dann doch noch, die Euphorie ein wenig zu bremsen.
 
Denn auch er weiß, dass auf den Karnevalsstart und die tollen Tage häufig ein böses Erwachen samt heftigen Kater folgt. Christoph Daum hätte nicht dagegen, wenn dies erst am Aschermittwoch Ende Februar der Fall wäre. 
 
Tobias Gonscherowski


Milivoje Novakovic bringt die Flanke.

Siegtorschütze Wilfried Sanou wird gefeiert.

Mikael Forssell hat gegen Pedro Geromel und Youssef Mohamad nichts zu melden.

Kapitän Novakovic feuert die Truppe an.

Petit klärt die Situation.

Schlussjubel mit den Fans.

Sanou bedankt sich bei den Fans.


 

© TOGON / Tobias Gonscherowski