Jahrgang 2005
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"Der Tourismus boomt in Brühl"

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Im August findet der XX. Weltjugendtag in Köln statt, im September wird das Max Ernst Museum eröffnet und im nächsten Jahr blickt die ganze Welt anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf Deutschland. Die Stadt Brühl hat sich auf diese Großereignisse vorbereitet und ist gerüstet. Die Planungen laufen auf Hochtouren, schließlich will Brühl noch stärker vom Tourismus profitieren und beste Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich die Besucher aus nah und fern in unserer Stadt wohl fühlen und das nicht nur bei solchen Großereignissen. Wie das genau aussieht, verriet uns Gerd Schiffer im exklusiven Gespräch.
 
Gerd Schiffer hat ein vielfältiges Aufgabengebiet. Als Leiter des Bürgermeisterbüros ist er nicht nur der Pressesprecher der Stadt Brühl. Der Diplom-Verwaltungswirt kümmert sich auch um die Bereiche Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus. "Der Job ist zwar anstrengend und zeitaufwendig, macht aber viel Spaß", meint der 35-Jährige. "Man kann gestalten und einiges bewirken." Der gestalterische Spielraum hinsichtlich des Weltjugendtages hält sich allerdings in Grenzen. Was auch daran liegt, dass die Informationen spärlich fließen. "Bis jetzt wissen wir lediglich, dass 5.000 jugendliche Pilger in Brühl untergebracht werden sollen", meint Gerd Schiffer. "Wir wissen aber nicht, welche Nationalität sie haben." Das schränkt den Spielraum ein wenig ein. "Wir wollen Hinweisschilder anbringen, einen Stadtplan für die Jugendlichen erstellen und einen Flyer mit allen Informationen über den ÖPNV anbieten und würden das auch gerne in der Sprache unserer Gäste tun." Noch ist da Geduld gefordert.
 
Geduld war auch bei der Eröffnung des Max Ernst Museums gefragt. Wenn das Museum am 3. September feierlich seine Pforten öffnet, dürfte dies den Tourismus in Brühl nicht unerheblich ankurbeln. Auf verschiedenen Tourismusmessen hat die Stadt Brühl mit dem potenziellen neuen Publikumsmagneten bereits intensiv geworben.
 
"Auf solchen Messen müssen Kontakte hergestellt werden. Wir müssen unsere Sehenswürdigkeiten bekannt machen und die Attraktivität Brühls rüberbringen", erzählt Gerd Schiffer. Die Stadt Brühl ist regelmäßig sowohl auf Publikums- als auch auf Fachmessen vertreten. So etwa auf dem "Kölner Reisemarkt", auf der "Internationalen Tourismus Börse" in Berlin, auf dem "World Travel Market" in London oder auf dem "German Travel Market" in Wiesbaden, um nur einige zu nennen. "Wir wollen Reiseveranstalter ansprechen und dafür gewinnen, Brühl in ihren Programmen aufzunehmen", berichtet Gerd Schiffer. "Momentan ist vor allem der britische Markt für uns interessant. Und in Zukunft erwarten wir auch vermehrt Besucher aus den osteuropäischen Staaten."
 
Besucherrekord in Brühl
 
Die angesprochenen Pakete sehen dann ganz unterschiedlich aus und sind zumeist wie man neudeutsch so schön sagt "eventbezogen". Ausgearbeitet wurde etwa ein 3- Tages-Programm für die tollen Tage, das den Besuch bei einem Karnevalsausstatter zur Auswahl eines passenden Kostüms, eine Stadtführung, den Besuch einer Karnevalssitzung mit dem "Erwerb" des rheinischen Karnevalsdiploms und schließlich das Jecke Treiben beim närrischen Elias beinhaltet. Ein vergleichbares Programm wurde auch rund um den Brühler Weihnachtsmarkt konzipiert und auf den Messen präsentiert.
 
Der Erfolg solcher Messen lässt sich zwar nur schwer messen, doch viele Fakten sprechen dafür. So zum Beispiel die Tatsache, dass Brühl neuerdings in Katalogen führender Reiseanbieter wie Dertour auftaucht. "Was den Tourismus in Brühl betrifft, kann man schon von einem Boom sprechen", sagt Gerd Schiffer. Dies sei insbesondere auf das "Hotel Phantasia" im bekannten Freizeitpark "Phantasialand" mit seinen 165 Zimmern, das vor gut zwei Jahren eröffnet wurde, zurückzuführen. Die Zahl der Übernachtungen stieg 2004 gegenüber dem Vorjahr um 69,9 %. Mit 136.000 Übernachtungen verzeichnete Brühls Hotel- und Tourismusbranche damit einen Besucherrekord. Auch im 1. Halbjahr 2005 stiegen die Übernachtungszahlen kontinuierlich.
 
50.000 Euro jährlich für Tourismus.
 

Die Stadt Brühl trägt dieser positiven Entwicklung Rechnung, fördert sie und pflegt das Image der rheinischen Kultur- und Erlebnisstadt. Der Etat für Tourismus beträgt immerhin 50.000 Euro jährlich. Dazu kommt das brühl-info, das in den Monaten Mai bis Oktober täglich geöffnet hat und zahlreiche exklusive Serviceleistungen für die Kunden bereit hält. Dort können nicht nur Karten für beinahe sämtlichen kulturellen Veranstaltungen in Brühl erworben werden, sondern dank des gerade installierten CTS-Kartenvorverkaufssystems auch Tickets für Konzerte in der Kölnarena oder Events im Kölner RheinEnergie-Stadion (ausgenommen FC-Spiele). An die sechs freundlichen Mitarbeiterinnen des brühl-infos können sich Interessierte auch gerne wenden, wenn es darum geht, komplette Rahmenprogramme für Brühl-Besuche zu entwickeln. "Wir helfen da gerne weiter und können auch spezielle Tipps für nicht ganz so bekannte Möglichkeiten wie z.B. einer ungewöhnlichen Betriebsführung geben", weiß Gerd Schiffer, der in allen den Tourismus betreffenden Fragen von Kerstin Körner engagiert unterstützt wird.
 

Darüber hinaus liegen im brühl-info die zahlreichen, in der Regel mindestens zweisprachigen Flyer der Stadt Brühl aus, die den touristischen Attraktionen Brühls gewidmet sind. Diese beschränken sich nicht nur auf städtische Einrichtungen, sondern selbstverständlich auch auf Highlights wie die Brühler Schlösser, die Brühler Schlosskonzerte oder das Phantasialand. Ganz aktuell sind drei neue Flyer erschie-nen. "Lassen Sie sich führen" gibt einen informativen Überblick über die zahlreichen Themenführungen, sommerlichen Exkursionen, historischen Stadtrundgänge oder Brühler Schätze. Selbst alteingesessene Brühler können dabei noch viel Neues entdecken. "Kultur in Brühl ist mehr als ein Erlebnis" bietet eine Auswahl aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Brühl, vor allem über die Märkte, aber auch Veranstaltungen wie die "Brühler Kaffee-Tafel" (27. August), das "ZOOM Open-Air-Kino" oder das "Werkstatt-Festival". Im Flyer "Brühler Schätze" werden die Brühler Museen vorgestellt, darunter das Steuermuseum, das Museum für Alltagsgeschichte, das Keramikmuseum, der Museumsbahnhof Brühl-Vochem und natürlich auch das Max Ernst Museum, über das es aber auch einen separaten Prospekt gibt.
 
Der städtische Radführer
 
Besonders interessant für die Brühler sind die städtischen Radführer. Angesprochen werden dabei vor allem Fahrradfahrer, aber auch Inline-Skater und Wanderer. Ausgearbeitet wurden vier Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die "Familien- Fahrrad-Rallye, eine rätselhafte Tour" führt durch die Innenstadt vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten, aber auch über die Felder bis nach Schwadorf. Um die schöne 10-km-Tour noch vergnüglicher werden zu lassen, haben sich die Macher einige "rätselhafte" Fragen ausgedacht, die man beinahe im Vorbeiradeln beantworten kann. Drei weitere Touren gibt es: "Schlösser & Felder, eine kultivierte Tour", "Rund um Brühl, eine rasante Tour" (auch für Inline-Skater geeignet) und "Zehn Seen sehen, eine anspruchsvolle Tour". Die Ausarbeitung dieser Touren unterstreicht einmal mehr den Ruf Brühls als fahrradfreundliche Stadt. Alle Flyer können übrigens auch auf der Homepage der Stadt Brühl unter www.bruehl.de als PDF heruntergeladen werden.
 
Mit dem Fahrrad werden wohl die wenigsten Touristen im kommenden Jahr anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft kommen. Vier Wochen lang werden im Juni und Juli hunderttausende Menschen zu den 64 Spielen in die 12 Stadien strömen, da-runter auch viele Besucher, die eines der fünf Spiele in Köln besuchen werden. Und für diese Touristen bleibt auch genügend Zeit zwischen den Matches die vielen Sehenswürdigkeiten der Region und damit auch Brühls zu bestaunen. Auch für diese Zielgruppe hat die Stadt Brühl zwei verschiedene Pakete zusammengestellt. Was für das WM-Organisationskomitee gilt, gilt auch für die Stadt Brühl. "Die WM könnte morgen beginnen, wir sind gerüstet", so Gerd Schiffer abschließend.
 
Tobias Gonscherowski