Jahrgang 2007
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Brühler Bilderbogen Dezember 2007

Liebe Leser,

der 24. November liegt schon einige Tage zurück und blieb in der Weltgeschichte vermutlich noch nicht einmal eine Randnotiz. In Brühl herrschte dagegen an diesem trüben Novemberabend sozusagen „Großkampftag“. Wer an diesem Abend etwas unternehmen wollte, hatte die Qual der Wahl. Im Tanzsportzentrum wurde das neue Dreigestirn proklamiert, in der Aula des Max Ernst Gymnasiums zelebrierte die Ballettschule Chrostek die hohe Kunst des Tanzens, in der Galerie am Schloss feierte das neue Programm des MGV Eufonia Premiere, im Dorotea Tanning Saal gastierten Ham & Egg, in der Kunst- und Musikschule gab es „eine kleine Dachmusik“ und in der Kirche von St. Margareta kam das neue Konzert des Oratorienchors zur Aufführung. Sechs hochkarätige Veranstaltungen gleichzeitig!

Zufall oder nicht? Bei unserer Umfrage nach dem Speiseplan für den schönsten Abend des Jahres hat uns niemand Klassiker wie „Fondue“ oder „Raclette“ genannt. Auch Kartoffelsalat mit Würstchen scheint nicht mehr ganz so angesagt zu sein. Statt dessen setzen die von uns befragten Brühler Bürgerinnen und Bürger auf Leckereien wie Gänsekeule, Schweinefilets, Rehbraten oder Rinderfilets. Meistens wird der Abend in einer größeren Runde verbracht, erst festlich gespeist und danach beschert.

Für Menschen wie den Höttche-Wirt Jani Petropoulos oder den Regionalkantor Michael Koll, die uns beide zufällig über den Weg liefen, bedeutet der Heiligabend aber auch viel Arbeit. Da muss der Tagesablauf schon sehr genau geplant werden. Aber keine Sorge, die beiden haben bereits Routine in diesen Dingen und sind seit Jahren mit den beruflich bedingten Besonderheiten des Feiertags vertraut. Doch lesen Sie selbst, was in den Brühler Wohnstuben an Heiligabend für Köstlichkeiten verzehrt werden.


Matthias und Birte Giesler mit Tochter Selina:

Ich lasse mich überraschen, was die Schwiegermutter uns abends Schönes kocht. Wir fahren nach Kiel und feiern dort mit zehn Personen. Mittags könnte es Kartoffelsalat mit Würstchen geben.

 

„Abwechslung reinbringen, ohne den Rahmen zu sprengen“

In den Kirchen der Brühler Innenstadtpfarreien laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Viele ehrenamtliche Helfer treffen sich regelmäßig und in immer kürzeren Abständen. Sie diskutieren und planen. Sie steigen Kellertreppen hinunter. Sie schleppen Kartons, schwere Balken oder Dachziegel, und auch eine ganze Reihe von verschiedenen Stoffen sowie größere und kleinere Figuren und allerlei Getier in Puppenform wurde bereits gesichtet. In der Kirche von St. Margareta wurde sogar eine Sichtblende vor dem Hauptportal montiert. Zugang zum Raum dahinter hat nur ein kleiner ausgewählter Personenkreis. Zugang haben nur: die Krippenbauer.

Sie kommen aus allen Gesellschaftsschichten, sie sind zwischen 35 und 90 Jahre alt und sind Akademiker, Handwerker, Kaufmänner, Hausfrauen oder Rentner. Sie alle haben sich im Pfarrbüro St. Margareta in der Pastoratstraße 20 eingefunden, um uns von den Besonderheiten ihrer Tätigkeit und den Herausforderungen beim Bau einer Weihnachtskrippe in ihrer jeweiligen Kirche zu berichten.

(tg) Gut ein halbes Jahr nach seinem viel beachteten TV-Auftritt in der ZDF-Show „Grand Prix der Chöre“ hat der MGV Eufonia sein 24. abendfüllendes Programm vorgestellt. In der Galerie am Schloss präsentierten die Sänger in ihrem Konzert „In & Out“ ihre Ansichten über die neuesten Trends. Dabei machten sich die sich abwechselnden Confernciers Micka Berboth und Klaus Kröhne mit brillantem und gelegentlich bitterbösem Wortwitz über Gott und die Welt lustig. Die allermeisten Pointen saßen, auch die Gags im Rahmen der musikalischen Darbietungen wie eine angedeutete Gondeltour zu den Klängen der „Barcarole“ sorgten für ausgelassene Heiterkeit im Publikum.

Es ist unumstritten, dass Joseph Haydn einer der bedeutendsten Komponisten der Klassik ist, und seine beiden Oratorien „Die Schöpfung” und „Die Jahreszeiten” zählen zu den meistgespielten Werken auf den internationalen Konzertpodien. Umso erstaunlicher, dass da in den Archiven noch ein Werk von ihm zu finden war, das kaum jemand kennt. Andreas Spering hat diesen Oratorien-Schatz jetzt gehoben und die Musikwelt um ein bedeutendes Stück bereichert.

Die Kinder der beiden Schwadorfer Kindertagesstätten St. Severin und Rasselbande haben in diesem Jahr das Schmücken des großen Weihnachtsbaumes an der Oberstraße übernommen. Sie trafen sich vor dem noch ungeschmückten Baum und brachten diesem zunächst ein Ständchen. Dann überreichten die Kinder dem Schmückteam ihre Geschenkschachteln und Christbaumkugeln, und gemeinsam entstand so ein prachtvoller Schwadorfer Baum. Anschließend durften sich die kleinen Helfer dann mit heißem Kakao wieder aufwärmen.

 

(tg) Die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der „Ballettschule der Schlossstadt Brühl von Ingrid Chrostek“ fanden kürzlich ihren Höhepunkt mit der Ballettabend-Gala in der Aula des Max Ernst Gymnasiums. Wie so oft in der Vergangenheit hat die Ballettmeisterin ein Programm der Extraklasse auf die Bühne gebracht. Angefangen mit Kindertänzen der 4- bis 6-Jährigen über modernes Ballett, Gruppentanz, Jazz- und Steptanz, Folklore der Welt bis hin zu Flamenco und Impressionen aus Südamerika boten die Tänzerinnen und Tänzer einen umfassenden Einblick in das außergewöhnlich breite Spektrum der Ballettschule, deren Erfolgsgeschichte die Brühler Bundestagsabgeordnete Helga Kühn-Mengel vor Beginn des Programms in einem persönlichen Grußwort würdigte. Weiterhin wurden auch einige Schülerinnen und Schüler der Ballettschule für ihre langjährige Treue geehrt. Zum Abschluss der rundum gelungenen Aufführung gab die mit Ovationen gefeierte, inzwischen 75-jährige Ingrid Chrostek auch selbst noch eine kleine Tanzeinlage.

 

Am Dienstag, den 11. Dezember lädt die Kolpingsfamilie Brühl 1870 e.V. zu ihrem traditionellen Adventsabend und Jahresabschluss in das Pfarrheim St. Marien (Schloßstraße) ein. Dabei wird der Vorsitzende Hermann-Joseph Münch mit einem Lichtbildervortrag unter dem Titel „Himmlische Flugpioniere“ über Engel in Oberschwaben berichten.

Wer heute durch die Brühler Innenstadt bummelt, kann sich kaum vorstellen, wie Brühl in den mehr als 700 Jahren zur Stadt gewachsen ist. Keimzelle von Brühl war ein großer Gutshof, der aus Sicherheitsgründen abseits von großen Straßen in einem sumpfähnlichen Gelände gebaut worden war, der Burghof. Dieser befand sich an der heutigen Ecke Markt/ Schloßstraße.

Seit 1991 zeichnet die Filmstiftung NRW Kinobetreiber aus, die auf ihren Leinwänden herausragende deutsche und europäische Produktionen, Dokumentarfilme, ambitionierte Filmreihen sowie Filme für Kinder- und Jugendliche zeigen. Mit ihren Prämien ermutigt die Filmstiftung NRW die Kinobetreiber, ihren Anspruch an das Programm in ihren Filmtheatern beizubehalten.

Das „Johann Strauß Ensemble“ bestreitet das Neujahrskonzert 2008 im Dorothea Tanning Saal des Max Ernst Museums, Comesstraße 42, Brühl, am Dienstag, dem 1. Januar, um 17 Uhr. „Mit Schwung ins neue Jahr“ heißt es auch diesmal wieder, wenn die Musiker aus Köln mit einem zündenden Melodienzauber den Dorothea Tanning Saal in einen Wiener Ballsaal verwandeln. Freuen Sie sich als besonderes Highlight auf Opern- und Operettenarien mit der Gast-Sopranistin Tanja König und auf Gerd Winzer, der in charmanter Weise mit kleinen Anekdoten durch das Programm führt. Karten gibt’s im Vorverkauf im brühl-info, Uhlstraße 1, zum Preis von 18,00 Euro/ermäßigt 14,00 Euro.

 

 

„Schüler führen“ heißt das Pilotprojekt des Max Ernst Museums, ein Museum des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Im Probelauf führten acht SchülerInnen der Klassen sieben bis elf aus der Museums-AG des Brühler Max Ernst Gymnasiums zahlreiche Besucherinnen und Besucher zu ihren Lieblingswerken. Dabei erklärten sie die Werke aus ganz eigenen Perspektiven und bezogen auch eigene Kunstwerke mit ein, die sie anhand der Originale von Max Ernst gemalt oder geformt hatten.

Schuldirektor Berthold Phiesel, Dr. Achim Sommer sowie die Initiatorinnen des Projektes Dr. Sabine Jung vom Max Ernst Museum (Presse, Marketing, Museumspädagogik) und Gesa Eversmeyer, Gründerin der Museums-AG am Max Ernst Gymnasium, lobten noch einmal ausdrücklich die Kreativität und die anschauliche Präsentation der Schüler/ Innen.

Die Bigband der Kunst- und Musikschule der Stadt Brühl unter der Leitung von Elmar Frey wurde erneut ausgezeichnet. Beim 7. Deutschen Orchesterwettbewerb, der in der Landesausscheidung NRW im November in Hamm/Westfalen ausgetragen wurde, erzielte die Brühler Bigband ein absolutes Spitzenergebnis mit 24 von 25 erreichbaren Punkten und das bestmögliche Prädikat „mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“. Dies war insgesamt die zweitbeste Platzierung. Die Bigband der KuMS wird aufgrund der erlangten Spitzenbewertung als Optionsmeldung an die Bundesauscheidung des Deutschen Orchesterwettbewerbs weitergeleitet und hofft, an diesen Wertungsspielen im Mai 2008 teilnehmen zu können.

Der diesjährige Weihnachtsbasar in der Pingsdorfer Schule war ein voller Erfolg. Eine große Schar von Helfern, die teilweise neun Monate lang gebastelt haben, erarbeiteten einen Überschuss von gut 3.700 Euro. Dank einiger Spenden und dem Erlös der Oldie-Fete des PGR im Schützenheim (950 Euro) konnte das Ergebnis auf fast 5.000 Euro aufgerundet werden. Das Geld wird an die Missionsärztlichen Schwestern überwiesen, die damit im Rahmen der Aktion „Miteinander-Füreinander“ vor allem die medizinische Situation und die Wasserversorgung der Bevölkerung in Äthiopien verbessern.

 

Beim Kreativwettbewerb „Land der Kontraste – NRW“, der von der BUNDjugend NRW ausgelobt wurde, hat der 18-jährige Florian Keller aus Brühl den 2. Preis in der Sparte „Foto – umweltpolitischer Kontrast“ gewonnen.

Florian Kellers Foto mit dem Titel „Kontrast der Meinungen“ entstand im Stadtteil Köln-Ehrenfeld, wo ein Moscheeneubau geplant ist. Es zeigt wie dort im Rahmen einer Demonstration unterschiedliche Meinungen aufeinander prallten. Zu sehen ist einerseits das Schild eines rechtsextremen Demonstranten mit einer durchgestrichenen Moschee. Darüber sieht man einen Ehrenfelder Bürger, der Plakate mit der Aufschrift „Ehrenfeld gegen rechts“ und „Ja zur Moschee, Nein zu Nazis“ in seine Fenster gehängt hat. Florian bezieht mit seinem Bild Position gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit. Dafür gab von der Jury schöne Sachpreise.

Am Montag, dem 10. Dezember, um 15 Uhr, wird ein besonderes Weihnachtsspiel in der Galerie am Schloss in Brühl für Kinder ab 4 Jahren aufgeführt. Heinrich Zwissler und Stephan Wunsch erzählen in dem Stück „Simon und das Kind in der Krippe“ von einem beherzten Hirtenjungen, dem ersten Weihnachtslied der Welt und einer Geburt, die bestimmt ein Wunder ist. Hier wird die Weihnachtsgeschichte  in ca. 40 Minuten erzählt. Karten gibt es im brühl-info zum Preis von 3,60/2,60 Euro.

Die Stadt Hürth erinnert sich ihrer Geschichte und gestaltet die „Tore zur Stadt“ neu. Unter der heutigen Luxemburger Straße, der Hauptverkehrsachse durch Hürth, liegen noch Teile der alten Römerstraße. Damals gaben dort so genannte „Leugensteine“ die Wegstrecke in gallischen Leugen (2,2 km) bis zum nächsten Provinz-Vorort an. Daran erinnert jetzt eine stark vergrößerte Version eines Leugensteins als prunkvolles Mittelstück des neu gestalteten Kreisverkehrs auf der Luxemburger Straße.

Unter dem Namen „Brühler Weinbörse“ steht nun Theo Koßmann seinen Kunden mit fachkundigem Rat zur Seite. Unterstützung erfährt er dabei von seiner Ehefrau Ulrike und der langjährigen Mitarbeiterin Margarete Voß.

Mit viel Fingerspitzengefühl und neuen Ideen wurde hier ein Weinarrangement gezaubert, welches den alten Laden an der Kölnstraße 23 im Herzen von Brühl zu einem besonderen Einkaufserlebnis werden lässt.

Sowohl anspruchsvolle Weinliebhaber als auch „Otto Normalverbraucher“ mit kleiner oder auch etwas größerer Geldbörse kommen hier auf ihre Kosten. Von Zeit zu Zeit und bei Erlebnis-Events der Stadt Brühl werden hier Weinverkostungen mit „leckeren Kleinigkeiten“ für alle Liebhaber von Gaumenfreuden angeboten.

Ziel der „Weinbörse“ wird es sein, das vielseitige Angebot an Weinen mit Entdeckungen von neuen Winzern und edlen Tropfen spannend zu halten. Am besten kommen Sie einmal persönlich vorbei.

 

www.ski-club-bruehl.de

Hier hat ein Verein eine Homepage ins Netz gestellt, die nichts zu wünschen übrig lässt, Kompliment. Die Seite besticht dadurch, dass sie sowohl informativ als auch topaktuell ist. Unter „wir über uns“ erfahren wir, dass der Verein 1958 gegründet wurde und folglich im kommenden Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Weiterhin unternehmen die offensichtlich sehr aktiven Mitglieder des Ski-Clubs ganz unterschiedliche Reisen. Zahlreiche Alben in der Fotogalerie belegen dies.

Der Verein hat sich zu einem Sportverein für Breitensport entwickelt und bietet neben Skigymnastik auch Rückengymnastik, Walking und Qi gong an. Die verantwortlichen Personen des Vorstands samt ihrer Kontaktdaten finden sich ebenso wie interessante Berichte unter „Presse“.

 

„Karneval aus dem Herzen heraus und nicht mit dem Geldbeutel“

„Verdamp koot, ävver märchenhaft joot!“ soll sie werden, die fünfte Jahreszeit in Brühl. Schon bei der Proklamation am 11.11. haben die neuen Tollitäten die Herzen der Jecken im Sturm erobert. Dabei hatte das von der KG Löstige Kierberger gestellte Dreigestirn um Prinz Hans Peter (Brodüffel), Bauer Manfred (Wieland) und Jungfrau Dirklinde (Lantzerath) einigen Bammel vor dem großen Ereignis.

„Ich war schon sehr nervös. Denn der Brühler Karneval gehört zur Champions League“, gestand Bauer Manfred. „Wir wurden sehr gut aufgenommen“, freute sich Prinz Hans Peter I. „Wenn die Proklamation schief geht, hat man als Dreigestirn ein Problem. Denn bei der Veranstaltung waren ja alle erfahrenen Präsidenten anwesend. Das sind alles Multiplikatoren.“ Doch die drei haben „die Proklamation mit Bravour gemeistert“, wie Prinzenführer Karl-Heinz Becker versichert. Was sie sich von der kommenden Session erhoffen, verrieten sie exklusiv dem Brühler Bilderbogen.

 

Am 7. Oktober 1918, einen Monat vor Ende des Ersten Weltkrieges, heirateten Luise Straus und Max Ernst in Köln. Die Kommilitonin aus der Bonner Studienzeit hatte während der Kriegszeit als Kunsthistorikerin promoviert. Von Ostern 1915 bis Ostern 1916 war sie für zwei Semester an der Berliner Universität und hatte danach in Bonn ihre Doktorarbeit über das Thema „Zur Entwicklung des zeichnerischen Stils in der Cölner Goldschmiedekunst des XII. Jahrhunderts” beendet.

(tg) Dr. Karl Herbert Oleszowsky wurde 1935 in Brühl geboren. Nach dem Abitur 1956 studierte er an der Universität zu Köln Medizin. 1962 legte er sein Staatsexamen ab und promovierte anschließend. Danach wurde er zum Facharzt ausgebildet. 1971 eröffnete er als Facharzt für Innere Krankheiten eine Praxis in Brühl. 1996 setzte er sich zur Ruhe und widmete sich fortan seinen Hobbys. Dr. Karl Herbert Oleszowsky ist verheiratet und hat zwei Söhne und drei Enkelkinder.