Jahrgang 2012
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Brühler Bilderbogen Juli/August 2012

Liebe Leser,
„ein stabiles, dauerhaftes Sommerhoch ist in den nächsten Tagen nicht in Sicht”, hieß es dieser Tage in der Wettervorhersage der Tagesschau. „Macht nichts”, werden viele von Ihnen sagen, „wir fahren eh in den Ferien in den Süden”. Diejenigen, die dagegen nicht auf Reisen gehen, haben uns in unserer Umfrage erzählt, wie sie trotz des bislang durchwachsenen Wetters auch in Brühl einen schönen Sommer verbringen wollen. Die Möglichkeiten dazu sind schließlich abwechslungsreich und vielfältig.

Der Juni und auch die erste Juli-Woche waren nicht gerade so, wie man sich einen Sommermonat vorstellt. Viel Regen, wenig Sonne und auch temperaturmäßig eher nicht so der Hit. Passend zum mäßigen Wetter schied dann auch noch die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-EM im Halbfinale vorzeitig aus. Jetzt bleibt die Hoffnung, dass der Rest vom Juli und der August den richtigen Sommer nach Brühl bringen. Ansonsten muss man sich etwas einfallen lassen. Und wie unsere Umfrage zeigt, sind die Brühler durchaus in der Lage, sich einen mäßigen Sommer schön zu machen. Gut so.



Martina und Jonas Bogdan:

Wir waren schon 14 Tage im Urlaub und konnten in Rimini wunderbar relaxen. Es war ein Badeurlaub mit Shopping. Wir fahren jetzt seit vier Jahren immer wieder dort hin und treffen dort dann in dem sehr schönen Hotel auch bekannte Gesichter wieder. Auch in Brühl kann im Sommer machen, Shoppen gehen, viele Veranstaltungen besuchen, das Schloss angucken, spazieren gehen. Das geht auch, wenn das Wetter nicht ganz so gut ist.

„Wir drücken bei den Prüfungen auch mal eine Auge zu“
Am 26. August ist es wieder so weit. Dann heißt es bereits zum 14. Mal „Rund um Brühl“. An diesem Sonntag findet die Oldie-Ausfahrt für Motorräder bis Baujahr 1980 statt. Gestartet wird diese Traditionsveranstaltung wie immer im Rahmen der Kirmes in Kierberg auf dem Festplatz am Kaiserbahnhof. Die Veranstaltung beginnt bereits um 8.30 Uhr, der erste Start erfolgt um 10 Uhr, der zweite um 14 Uhr. Die Siegerehrung wird gegen 18 Uhr stattfinden. Organisiert wird dieses Ereignis von der Oldie Interessengemeinschaft Brühl-Kierberg. Wir haben uns mit Karl Peter Bollenbeck und Gerhard Schmitt-Gleser von der IG getroffen.

Das Max Ernst Museum Brühl des LVR zeigt bis zum 4. November die Ausstellung „Copley”. Die umfassende Retrospektive William Nelson Copleys (1919-1996) wird 70 Werke des vielseitigen Amerikaners präsentieren. Seine Leidenschaft für Künstler wie Marcel Duchamp, Man Ray und Max Ernst verfolgte er zunächst als Sammler, Händler und Mäzen. Als Galerist organisierte er Ausstellungen, in denen er dem Publikum u.a. Arbeiten von Max Ernst, René Magritte, Man Ray, Roberto Matta oder Joseph Cornell präsentierte, und leistete somit Pionierarbeit. Copley baute eine bedeutende Sammlung surrealistischer Kunst auf. Er wirkte ebenso als Mäzen und förderte mit seiner „William und Noma Copley Foundation” junge, aufstrebende Künstler. Mangels Käufer scheiterte sein Galerieprojekt in Beverly Hills, und der Adoptivsohn vermögender Eltern schlägt daraufhin autodidaktisch eine eigene künstlerische Karriere ein. Mit seiner unorthodoxen und von beißendem Humor gekennzeichneten Bildsprache gehört der Maler, Schriftsteller und Verleger zu den eigenwilligsten Persönlichkeiten der jüngeren Kunstgeschichte und bleibt bis heute ein Geheimtipp.


Der Vorläufer der amerikanischen Pop Art setzte sich in seinen farbkräftigen Gemälden auf ironische Weise mit den erotischen Ritualen der Geschlechter in all ihren Nuancen auseinander. Vor dekorativen Flächenstrukturen agiert sein Personal, der Gentleman im Anzug und das nackte, gut proportionierte Pin-Up, stets in comicartiger Vereinfachung. Die oftmals fetischistisch anmutenden Bildelemente spielen dabei mit dem voyeuristischen Blick des Betrachters. Gleichzeitig scheinen sie auf Copleys eigenen freizügigen Lebensstil zu verweisen. Auf den ersten Blick vermögen die Arbeiten beim Betrachter einen Eindruck naiver Direktheit zu hinterlassen. Die inhaltliche Doppelbödigkeit von Copleys erzählerischen Bildwelten entfaltet sich erst durch genaueres Hinschauen und die Verbindung zwischen Dargestelltem und Bildtitel.

26 Jahre Open Air Kino in Brühl, damit zählt ZOOM mit zu den Vorreitern der Open Air Kinos in Deutschland. Seit über 20 Jahren hat das ZOOM Open Air mit dem historischen Innenhof des Brühler Rathauses einen festen Standplatz. Jahr für Jahr freuen sich tausende Besucher auf die Freiluft-Filmveranstaltungen. In diesem Jahr gibt es in der Zeit vom 2. bis zum 18. August (Einlass ist ab 20 Uhr) insgesamt neun Filmnächte. Vor jedem Film wird auch wieder ein ausgezeichnter Kurzfilm gezeigt.
Das ZOOM Open Air startet am Donnerstag, den 2. August mit der irischen Komödie „The Guard” (OmU). Am Freitag, den 3. August folgt der Oscar-Gewinner dieses Jahres, „The Artist”. Am Samstag, den 4. August läuft mit „Türkisch für Anfänger” einer der Publikumserfolge des Jahres 2012.
Das zweite Wochenende startet am Donnerstag, den 9. August mit dem neuen Film von Lasse Halström, „Lachsfischen im Jemen”. Abgerundet wird das zweite Wochenende von „Russendisko” am Freitag, den 10. August, dem neuen Film von Mathias Schweighöfer, und dem neuesten Teil von Will Smith und Tommy Lee Jones „Men in Black 3” am Samstag, den 11. August.
Das  letzte Wochenende startet dann am Donnerstag, 16. August, mit „J‘ai toujours rêvé d‘être un gangster” (OmU). Die Chansonsängerin Fabienne Carlier stimmt musikalisch auf den Film ein. Am Freitag, den 17. August zeigt ZOOM „Moonrise Kingdom”. Mit dem erfolgreichsten Film des Jahres 2012, „Ziemlich beste Freunde” aus Frankreich, schließt das Festival am 18. August.

Ausstellung in der Orangerie am Schloss


(tg) Vom 4. bis 12. August zeigt der Brühler Künstler Justin Panakkal in der Orangerie am Schloss täglich von 10 bis 19 Uhr seine Ausstellung „The Soul of Art“. Der gebürtige Inder stellt mehr als 25 Bilder aus, die in den letzten Jahren entstanden sind. In seinen oft surrealistischen Werken beschäftigt sich der 56-Jährige mit den Fragen des Lebens. Oft fließen eigene Erfahrungen und Erinnerungen in seine Bilder ein.


Bis zum 20. August zeigt die Stadtbücherei, Carl-Schurz-Straße 24, eine Schaufensterausstellung mit Exponaten der Gemeinschaftsgrundschule Martin-Luther. Einen kleinen Ausschnitt des künstlerischen Schaffens des vergangenen Schuljahres bietet diese Werkschau. So haben sich Schuhe in bunte Fabelwesen verwandelt, im JeKi-Projekt sind Zirkusakrobaten entstanden und aus Abfallmaterialien wurden kostbar verzierte römische Gläser. Außerdem sind Resultate des „TuWas-Projekts“, welches Technik und Naturwissenschaften an Schulen zum Thema hat, zu sehen. Hier beschäftigten sich die Grundschüler mit dem Lebenszyklus eines Schmetterlings sowie mit chemischen Tests. Auch in diesem Jahr veranstaltet die Stadtbücherei den traditionellen Sommerleseclub, der bis zum 31. August läuft. Die Abschlussfeier findet im Cultra statt.

Mit einem großen Tag der offenen Tür feierte die Ballettschule der Schloßstadt Brühl von Ingrid Chrostek kürzlich ihr 55-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum wurde u.a. ein kleines Programm aus klassischem Ballett, Stepptanz, Flamenco und russishen Tänzen von ihren Assistenten Axel Schwarzenberg, Ruth Blettenberg und Jessica Manley mit deren Schülern geboten. Gutscheine für Probestunden wurden verteilt, eine langjährige Schülerin mit einem goldenen Spitzenschuh geehrt.

Es ist schon eine kleine Tradition geworden: Zum dritten Mal bietet die Evangelische Kirchengemeinde unter dem Titel „Sommerkirche” eine Veranstaltungsreihe mit Musik, Literatur und Gesprächen. Die Pfarrer und Kirchenmusiker der Gemeinde haben gemeinsam ein abwechslungsreiches Programm konzipiert.


(tg) Hans-Jörg Blondiau wurde 1959 in Brühl geboren. Nach der Schule absolvierte er in Bonn eine Lehre zum Steinmetz/Steinbildhauer. Danach leistete er im Brühler Marienhospital seinen Zivildienst ab. Es folgte seine Gesellenzeit im elterlichen Steinmetzbetrieb Natursteine Blondiau, den er, nachdem er die Meisterprüfung auf einer Schule in Aschaffenburg bestanden hatte, auch in den neunziger Jahren übernahm. Dieser Betrieb gehört zu den ältesten Brühler Handwerksbetrieben, wurde er doch bereits 1892 an seinem auch heute noch bestehenden Standort in der Mühlenstraße errichtet. Hans-Jörg Blondiau führt das Unternehmen nun in der vierten Generation. Er ist Vater eines 24-jährigen Sohnes und lebt seit 15 Jahren zusammen mit Monika Bremen.