Jahrgang 2014
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 65 Jahren
Tod von Dechant Fetten
Nachdem Dechant Heinrich Fetten am 6. Juni 1949, also am Pfingstmontag verstarb, wurde er auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin im Hochgrab des alten Friedhofes, also in direkter Sichtlinie zu seiner Pfarrkirche St. Margareta beigesetzt. Dass ihm dieser Wunsch erfüllt wurde, zeigt, wie hochgeschätzt Fetten in Brühl war, nicht zuletzt wegen seines aufrechten und unbeugsamen Kampfes gegen die Nazidiktatur und das NS-Regime.

Mit folgendem Text trug sich Heinrich Fetten kurz nach seiner Ankunft in Brühl in die Pfarrchronik ein: „Am 2. Mai 1880 wurde ich als Sohn des Schuhmachers Josef Fetten in Hardt, Landkreis Gladbach, geboren, war vier Jahre Zögling des Collegium Marianum der deutschen Lazaristen in Theux (bei Spa in Belgien), besuchte das Gymnasium in M.Gladbach und Neuß, studierte Theologie in Bonn. Am 10. März 1906 wurde ich in Köln zum Priester geweiht, war von 1906 bis 1911 Kaplan an St. Josef in Krefeld und von 1911 bis 1913 Kaplan an St. Ursula in Köln. (…) Nach Ausbruch des Weltkrieges wurde ich Ende September 1914 zum Feldgeistlichen berufen und war dann bis Ende des Krieges Divisionspfarrer der 42. Infanteriedivision. Als solcher nahm ich teil an den Feldzügen in Frankreich (Picardie), Rußland (Winterschlacht in den Masuren), den Kämpfen um Wilna, an den Stellungskriegen in Galizien, Kurland, Wollbynien, dann an der Westfront in Frankreich, in Flandern und in der Champagne. (…) Nach der Rückkehr aus dem Kriege beim Ausbruch der Revolution wurde ich wegen meiner geschwächten Gesundheit zunächst als Rektor im Marien-Hospital in Köln angestellt und am 5. Dezember 1919 als Pfarrverwalter nach Brühl berufen.”
In Brühl wurde der junge Priester erst dem damals 86-jährigen Richard Bertram zur Unterstützung beigestellt, bevor er nach dessen Tod am 24. November 1921 dann als sein Nachfolger berufen wurde.

Vor 100 Jahren
Irrtümliches Schützenjubiläum
Alle Welt schaut derzeit zurück auf das Jahr 1914, die Tage rund um den Beginn des ersten Weltkrieges. Und so blicken auch wir 100 Jahre zurück in das beschauliche Städtchen Brühl. Hier stand damals ein großes und prunkvolles Fest an, und es sollte das letzte vor dem Kriege sein: am 28. und 29. Juni 1914 feierten die St. Sebastianus-Schützen ihr 400-jähriges Bestehen mit Festzug und großem Festprogramm, welches dann schon geprägt wurde von den Eindrücken der Todesschüsse von Sarajevo an eben jenem 28. Juni 1914.
War man damals noch der Meinung, das Gründungsjahr der Bruderschaft ließe sich auf 1514 datieren, so belegen die inzwischen gefundenen Quellen, dass der Ursprung der Schützen noch weit früher zu finden ist: Bereits vor 1412 finden sich Belege für die ihre Existenz.

Vor 45 Jahren
Ehrenbürger Josef Hürten
Genau einen Tag vor seinem 70. Geburtstag beschloss der Rat der Stadt Brühl einstimmig, dem am 29. Juni 1899 in Brühl geborenen Josef Hürten die Ehrenbürgerwürde anzutragen. Damit war er der vierte Ehrenbürger Brühls seit der Stadtwerdung 1910.
Über 40 Jahre war er als Pädagoge in Brühl tätig, davon zwölf Jahre als Rektor. Lange Jahre war er zugleich Mitglied des Brühler Stadtrates (von 1932-1933 sowie 1945-1964). Gleich dreimal war er Bürgermeister seiner Heimatstadt. 1961 wurde er zum Landrat des ehemaligen Kreises Köln Land gewählt, ein Amt, das er bis 1969 ausübte. Hürten verstarb am 15. Mai 1977.

Vor 15 Jahren
Uraufführung
Matthias Petzold war in Jazzkreisen schon lange kein Unbekannter mehr, als sein Kompositionszyklus Pangäa am 6. Juni 1999 uraufgeführt wurde. Und auch in Brühl hatte er sich spätestens mit seinen „Psalmen und Lobgesängen“, die er 1994 zur Festwoche an St. Margareta komponiert hatte einen Namen gemacht. Im Rahmen des „brühlermarkts” fand die Uraufführung von „Pangäa” statt.