Jahrgang 2014
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 285 Jahren
Grundstein für Schloss Falkenlust

Am 16. Juli 1729 legte seine Eminenz Clemens August persönlich den Grundstein für das kurfürstliche Lustschlösschen Falkenlust. Der frühere Münchener Hofbaumeister, der Wallone Francois de Cuvilliés hatte die Leitung des Bauprojektes und zeichnete auch für Pläne und Gestaltung verantwortlich. Nach einer Bauzeit von zwölf Jahren konnte das bis zum heutigen Tage in seiner ursprünglichen Form noch erhaltene Schmuckstück des Rokoko endgültig seiner Bestimmung übergeben werden. Bereits weit früher, aus dem Jahre 1735 ist überliefert, dass seine kurfürstliche Durchlaucht die gesamte Brühler Schützenbruderschaft aus Anlass seiner vierten Schützenkönigschaft „an der Falkenlust mit fürstlicher Tafel“ bewirtet hatte.

Vor 180 Jahren
Geburt von Richard Bertram

An Dechant Richard Bertram führt in unserer Chronik – fast – kein Weg vorbei. Und so steht er auch heute im Mittelpunkt des Interesses: am 14. Juli 1834 erblickte er in Stolberg das Licht der Welt. Von 1888 bis zu seinem Tode 1921 war Bertram als katholischer Seelsorger in und für Brühl tätig.

Vor 160 Jahren
Taubstummenschule gegründet

Am 13. Juli 1854, nur eineinhalb Monate nachdem dem Leiter des Brühler Lehrerseminars der Auftrag zur Gründung einer Taubstummenschule in Brühl gegeben wurde, nahm diese bereits den Schulbetrieb auf. Direktor Pauli hatte somit seinen Vorgabe, dem Seminar bis spätestens zum 1. Oktober eine katholische Taubstummenschule für mindestens 30 Schüler anzugliedern erfolgreich umsetzen können. Weiterhin hatte er für die zukünftigen Zöglinge geeignete Unterkünfte zu erkunden. Gegen einen jährlichen Pflegesatz von damals 50 Reichsthaler sollten sie in Brühler Familien untergebracht werden. Die so ins Leben gerufene Taubstummenschule hatte in Brühl noch bis ins Jahr 1937 Bestand.

Vor 290 Jahren
Kurfürstliche Hofkanzleiordnung

Am 11. August des Jahres 1724 erließ Kurfürst Clemens August eine neue Hofkanzleiordnung für die ihm unterstehenden kurkölnischen Länder. Insbesondere die Rechtspflege im Kurstaat hatte hierin eine gründliche Überarbeitung gefunden. Zwei Jahre später erhielt die Bonner Hofdruckerei Rommerskirchen den lukrativen Auftrag zum Druck dieser Vorschrift.

Vor 275 Jahren
Kurfürstlicher Naturschutz

Am 4. August 1739 erließ Clemens August seine erste Naturschutzverordnung. Im Unterschied zu heute stellte diese Verordnung jedoch keinen wohlbedachten Schutz der Umwelt dar, sondern lediglich einen Schutz der kurfürstlichen Jagdtrophäen. Hier wurde „unter Androhung großer willkürlicher Straff“ das Nachstellen von Fasanen, Wildhühnern und ähnlichem jagdbaren Geflügel verboten. Schließlich hatte der Kurfürst dieses Getier doch zur eigenen Jagdfreude und unter großen Kosten hier im Revier ausgesetzt. Umso mehr verärgerten ihn immer wieder aufs Neue die Meldungen über Wilderer. Um seiner Verordnung die notwendige Verbreitung zu garantieren, ordnete er an, dass diese „von Monath zu Monath von den Cantzlen zu jedermanns Wissenschaft publiciert und gehörig affigiert“ zu werden habe.

Vor 100 Jahren
Brühl wird Lazarettstadt

Am 29. August wurden die ersten verwundeten des 1. Weltkriegs in Brühl aufgenommen. 150 Soldaten wurden vom Bahnhof auf offenen Tragen in das wenige Tage zuvor errichtete Reservelazarett gebracht. Untergebracht wurden sie im Marienhospital, dem Josefshaus sowie dem Alumnat. Die eingelieferten Soldaten waren meist Schlesier, aber auch fünf Franzosen wurden behandelt.