Jahrgang 2014
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Brühler Bilderbogen September 2014

Liebe Leser,
wie Sie wahrscheinlich schon wissen, gibt es jetzt erstmals eine schwarz-grüne Koalition in Brühl, die Stadtpolitik bis in das Jahr 2020 bestimmen möchte. Die Inhalte und Ziele dieser Koalition finden sich in einem Koalitionsvertrag, der gemeinsam von beiden Parteispitzen der Öffentlichkeit kürzlich vorgestellt wurde. Im Internet zu finden unter: www.cdu-bruehl.de oder  www.gruene-bruehl.de.

 

Wilhelm Kröhne aus Brühl feierte am 15. August seinen 100. Geburtstag im engsten Familienkreis. Zusammen mit seinen Kindern, Enkeln, Urenkeln und den Familien zählte er damit 27 Gäste.

Bei der Geburtstagsfeier zum 100. stellte Sohn Hellmut augenzwinkernd fest, dass die „überwiegend demokratisch geführte Ehe des Ehepaares Kröhne mit fast 72 Jahren schon länger hält, als die Demokratie der Bundesrepublik“. Aus Brühl gratulierten Pfarrer Wilhelm Buhren und der stellvertretende  Bürgermeister Wolfgang Poschmann. Ebenso beglückwünscht wurde Wilhelm Kröhne von Vertreter der DLRG, in der er seit 82 Jahren Mitglied ist, der Caritas und natürlich von vielen Nachbarn und Freunden.


Die Bundesliga ist in ihre 52. Saison gestartet und mittendrin ist auch endlich wieder der 1. FC Köln. Die Geißbock-Elf stieg als Zweitliga-Meister souverän auf und will sich nun dauerhaft im Oberhaus etablieren. Vorbei sein sollen die Zeiten des Fahrstuhl-Clubs, der ständig zwischen den ersten beiden Ligen hin- und herpendelt.
Die Aussichten scheinen nicht schlecht zu sein, haben doch die neue Kölner Vereinsführung, Sportdirektor Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger Ruhe in den Club gebracht. So kann es etwas werden mit dem Klassenerhalt mit einer jungen Mannschaft, in der die großen Stars fehlen. Vielleicht ist genau diese Homogenität in der Truppe  das Erfolgsrezept. Die Fans sind jedenfalls durchaus optimistisch, wie unsere Umfrage in der Brühler Innenstadt ergab. Doch lesen Sie selbst.

Die FC-Fans Rudi, Karin, Michael und Michael:

Die Mannschaft landet zwischen dem 10. und 12. Platz. Wir sind FC-Mitglieder und oft im Stadion. Im ganzen Umfeld ist es schon viel ruhiger geworden, das tut dem Verein gut. Der Trainer kommt mit seiner ruhigen Art gut an. Er hat alles im Griff und flippt nicht aus. Er macht einen guten Job.

„Wir wollen etwas wirklich Unheimliches auf die Bühne bringen“
Am Samstag, den 20. September, feiert das Kleine Theater Brühl (KTB) in der Galerie am Schloss die Premiere seines neuen Stücks. Zur Aufführung kommt „Roderick Wilson“, ein Nachtstück nach Motiven von Edgar Allan Poe in einer Bearbeitung des Ensembles. Weitere Aufführungen sind am Sonntag, 21. September um 19 Uhr sowie am darauffolgenden Wochenende (27. September um 20 Uhr, 28. September um 19 Uhr). Wir haben das Ensemble in ihren Proberäumlichkeiten in Brühl-Heide besucht.

Sie sind unverwüstlich, die Theaterfreunde des KTB. Seit 41 Jahren machen sie seit ihrer Gründung im Jahr 1973 Theater. Ihre bislang 41 Produktionen wurden vielfach ausgezeichnet. Die Erfolgsgeschichte geht auch in immer schwieriger werdenden Zeiten unverdrossen weiter. Denn einfach ist es nicht, sich in einer sich schnell verändernden Welt den Gegebenheiten anzupassen. In seinen Gründerjahren war alles noch anders. Im Fernsehen gab es drei Programme, Internet und Handys waren noch nicht absehbar, die Theaterlandschaft war höchst überschaubar und die kulturellen Angebote lang nicht so breit gefächert wie heute. Und die Galerie am Schloss wurde dem KTB noch großzügig umsonst überlassen. Es war schwer in jenen Tagen überhaupt an Karten für die Aufführungen zu kommen. Eine neues Stück wurde auch schon mal eine Woche lang täglich gespielt.

„13. Agenda-Markt der Möglichkeiten am 13. September”
Am 13. September findet in der Brühler Innenstadt der Agenda-Markt der Möglichkeiten statt. Unter dem Leitspruch „global denken und lokal handeln” präsentieren sich Vereine, Initiativen, Agenda-Gruppen, die Stadt Brühl und auch Wirtschaftsbetriebe mit zahlreichen Projekten, die ökologische, soziale und entwicklungspolitische Zielsetzungen verfolgen.
Sie alle machen deutlich, dass der ebenso vielfältige wie vielschichtige Prozess zum Erhalt und zur Verbesserung weltweiter Lebensbedingungen auf der örtlichen Ebene beginnt. Frank Ohlmneyer arbeitet seit 1990 im Sachgebiet Umwelt bei der Stadt Brühl. Hier organisiert er u.a. den jährlichen Agenda-Markt der Möglichkeiten und die Durchführung des Agenda-Preises. Wir haben mit ihm gesprochen.

BBB: Herr Ohlmeyer, welche Idee steckt hinter dem Agenda-Gedanken?
Frank Ohlmeyer:
Im Juni 1992 tagte die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro. Man setzte sich zum Ziel, alle Erdteile und alle gesellschaftlichen Gruppen in die Beratungen und die Entscheidungen einzubeziehen. 179 Länder einigten sich auf ein insgesamt 700 Seiten starkes Schlussdokument. In diesem wurde die wechselseitige Abhängigkeit von ökonomischer, ökologischer und sozialer Entwicklung anerkannt. Die Staaten der sogenannten 3. Welt forderten in Rio ihren Anteil am Planeten Erde. Agenda heißt: Was noch getan werden muss. In 40 Kapiteln beschreibt die Agenda 21, was weltweit für eine zukunftsbeständige Entwicklung zu tun ist. Wirtschaftlicher Wohlstand, soziale Gerechtigkeit und ökologisches Gleichgewicht wurden als gleichberechtigte Ziele miteinander verknüpft. Ziel der Agenda ist es daher, eine nachhaltige und zukunftsbeständige Entwicklung der menschlichen Gemeinschaft in einem dafür geeigneten Umfeld auch für künftige Generationen zu ermöglichen.

Am 12. September präsentiert „Hochhäuser”, die Band um die Brühler Musiker Andi Reisner, Nils Imhorst und Matthias Petzold, um 20 Uhr in der Galerie am Schloss ein besonderes Projekt, das seinen Anfang beim erfolgreichen Konzert im vergangenen Jahr hat.

In Zusammenarbeit mit dem Baglama-Spieler Muammer Kuzey wird es einen Brückenschlag zwischen türkischer und westlicher Musik geben. Groove-Jazz mit Baglama-Improvisationen, türkische klassische Kompositionen mit Jazz-Akkorden und neue Kompositionen von Matthias Petzold, die türkische Musikstile aufgreifen ergeben eine Weltmusik, die nicht auf ein unverbindliches Nebeneinander setzt, sondern auf die Integration der unterschiedlichen Elemente.
Außerdem sind neue Stücke im „Hochhäuser”-Stil zu hörenmit Sounds aus dem Kassettendeck, die von einer Afrikareise und von Bernhard F. Schochs analogem Synthesizer aus den 1970er Jahren stammen. Tickets gibt’s für 12 Euro/ermäßit 6 Euro.

Unter dem Titel „Worthülsen und Gedankenblasen“ zeigt Sabine Endres bis zum 9. September neue, in 2014 entstandene Werke aus dem Bereich Malerei und Objektkunst in der Rathausgalerie Brühl, dort wo vor genau zehn Jahren ihre erste Einzelausstellung stattfand.

Sabine Endres (*1971 in Antwerpen, Belgien) beschäftigt sich nach zehn Jahren selbständiger Arbeit im Designbereich seit 2003 ausschließlich mit der bildenden Kunst und arbeitet in ihrem Atelier in der Brühler Innenstadt. Durch kontinuierliche autodidaktische künstlerische Arbeit seit dem 20. Lebensjahr entwickelt sie von Anfang an ihre individuelle Farb- und Formensprache. Neben der Malerei entstehen seit 2009 Plastiken der Serie „100 Köpfe“ und im Bereich der Objektkunst 2010 erste Arbeiten. Ihre Werke sind in zahlreichen Ausstellungen zu sehen und in ihrem Atelier sind Besucher immer willkommen.

Kürzlich eröffnete die Brühler Museumsgesellschaft e.V. ihre aktuelle Sonderausstellung mit dem Titel „Brühl, 1914/18”. Die von Dr. Jutta Becher konzipierte und gestaltete Ausstellung läuft bis zum 21. Dezember. Im Musuem für Alltagsgeschichte in der Kempishofstraße 15 werden in der Ausstellung Exponate aus der Sammlung des Museums gezeigt, ergänzt durch Leihgaben, die die Situation der Soldaten an den Fronten sowie den Alltag im „Garnisons- und Lazarettstandort Brühl” darstellen.
Die Ausstellung ist geöffnet: Mittwoch und Samstag von 15 bis 17 Uhr, Sonntag von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr.

In ihrer zweiten Ausstellung in diesem Jahr in der Brühler Rathausgalerie gibt die Interessengemeinschaft Brühler Künstler allen Mitgliedern die Möglichkeit, ein Werk zu zeigen. Die Vorgabe heißt 40 x 40 Zentimeter. Mehr als 30 Künstler haben sich angemeldet und werden mit Malerei, Grafiken, Fotografien, Collagen, aber auch Skulpturen, Plastiken und Keramik in diesem Format zu einer abwechslungsreichen Ausstellung beitragen. Man darf also gespannt sein, wie die Künstler sich mit der Formatvorgabe jeweils auseinander setzen.

Vom 13. bis 22. September können die Werke in der städtischen Galerie in der Uhlstraße 2 in Brühl täglich von 11 bis 18.30 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Es wird immer einer der teilnehmenden Künstler vor Ort sein. Die Vernissage der Ausstellung findet am Freitag, 12. September um 19 Uhr statt.
Die IG Brühler Künstler besteht seit 2008 und veranstaltet alljährlich im Mai die Tage der Offenen Ateliers im Brühler Stadtgebiet. Über die mittlerweile 60 Mitglieder umfassende Gruppe und ihre Aktivitäten kann man sich auf der Internetseite  www.ateliers-in-bruehl.de informieren.

Bereits zum siebten Mal findet auf dem Steinweg vor dem Fachgeschäft Juwelier Böhm am 7. September (11 bis 18 Uhr) der Brühler Tierschutztag statt. Initiiert wurde die Veranstaltung erstmals 2008 von Renate und Eckhard Böhm (Juwelier Böhm). Sie ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Brühler Kalender geworden. In diesem Jahr nehmen über 15 Aussteller aus den Bereichen Tierschutz, Tierbedarf und Tiergesundheit teil. Die Veranstalter freuen sich auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreisveterinäramt als kompetenten Ansprechpartner für Tierschutz, Tierhaltung und Artenschutz. Außerdem gibt es ein musikalisches Rahmenprogramm, ein Kaffee- und Kuchen-Buffet, ein Bastelzelt und einen kleinen Flohmarkt. Sämtliche Erlöse aus den Einnahmen kommen dem ortsansässigem Tierschutz zugute.

Im Rahmen der städtischen Veranstaltungsreihe „Kultur in Brühl“ gastiert am 14. September um 17 Uhr das junge Cölner Barockorchester mit seinem Programm „Liebe auf italienisch“ im Kapitelsaal des Brühler Rathauses. Im Zentrum des Programms stehen Werke für Viola d’amore, zu deutsch: die „Liebesbratsche”. Anscheinend – so haben es die Menschen damals erlebt – erzeugt dieses Instrument Klänge, die als besonders lieblich und anregend empfunden werden.
Was könnte also passender sein, als dieses Konzertprogramm im Kapitelsaal des Rathauses zu präsentieren, in dem schon unzählige Male das Ja-Wort erklungen ist. Liebe auf italienisch! Ein musikalisches Erlebnis mittels dessen wir uns einerseits in das Leben und die Gefühle der Menschen in der Barockzeit hineinversetzen, wir aber auch unsere eigene Lebenswelt reflektieren können. Das Cölner Barockorchester, 2010 gegründet und als Nachwuchsensemble der Alte Musik Szene hoch im Kurs, möchte erfahrbar machen, wie nah und unmittelbar barocke Musik für uns heute sein kann. Karten für dieses Konzert sind im brühl-info zum Preis von 13 Euro/ermäßigt 8 Euro erhältlich.

Das renommierte DVD- und Blu-ray-Label Arthaus feiert seinen 20. Geburtstag. Grund genug, seinen Schätzen, Meisterwerke der Filmgeschichte, eine große Bühne zu geben. 20 Klassiker kehren so in digitaler Bild- und Tonqualität auf die Kinoleinwände zurück. Das Arthaus-Festival tourt nun durch die Programm-Kinos der Republik.
Das ZOOM-Kino ist mit dabei und zeigt in einer besonderen Reihe ausgewählte Werke. Am Mittwoch, den 10. September steht „Trafic”, (Frankreich/Italien 1971, Regie: Jaques Tati, Länge: 96 Min., FSK: ab 12) auf dem Spielplan. Monsieur Hulot ist Werbefachmann in der Autobranche. Er hat ein supermodernes, perfekt ausgestattetes Wohnmobil entworfen, das er im Amsterdamer Autosalon vorstellen soll. Doch unterwegs kommt es zu allerhand Pannen, Unfällen und anderen Verwicklungen. Jacques Tatis letzte Arbeit ist eine absurde Satire auf den technischen Kult rund ums Auto und den Irrsinn des modernen Straßenverkehrs.

Am Mittwoch, den 17. September, läuft nur ab 19 Uhr „Die Blechtrommel” (Deutschland/Frankreich 1979, Regie: Volker Schlöndorff, Länge: 163 Min., FSK: ab 16). Mit drei Jahren beschließt Oskar Matzerath nicht mehr zu wachsen. Niemals will er Teil der scheinheiligen Erwachsenenwelt sein. Mit schriller Stimme und seiner Blechtrommel protestiert der kleinwüchsige Störenfried fortan gegen die muffige Weimarer Republik und den aufkommenden Nationalsozialismus. Erst nach Kriegsende legt Oskar seine Skepsis gegenüber der Welt ab. Ausgezeichnet mit dem Oscar und der Goldenen Palme – jetzt im Director‘s Cut. Weitere Infos unter www.zoomkino.de.

Das Marienhospital Brühl arbeitet bereits seit vielen Jahren mit dem ambulanten Hospizdienst „Hospiz Brühl e. V.“ zusammen. Ihre Kooperation präsentieren der Hospizdienst und das Marienhospital mit der Ausstellung „Wir sind für Sie da“, die noch bis zum 25. September im Marienhospital zu sehen ist.
Die Ausstellung zeigt in Texten und Bildern Szenen aus der vielfältigen Arbeit des Hospizvereins, zum Beispiel aus der Beratung, Begleitung und aus dem Trauercafé für Menschen, die den Verlust eines Angehörigen erlitten haben. Gemeinsam mit dem Hospizdienst bietet das Marienhospital regelmäßig einen Gesprächskreis für pflegende Angehörige an. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Ausstellung im Brühler Marienhospital, Mühlenstraße 21-25 zu besuchen.

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 10 Jahren
Blick ins Max Ernst Museum

Der „Tag des offenen Denkmals“ am 12. September 2004 war in Brühl ein ganz besonderer: Erstmals nach den langwierigen Renovierungs- und Umbauarbeiten stand der Bau in der Comesstraße den Brühlern offen. Mit einem bunten Festprogramm und unterschiedlichen Themenführungen lud man in das ehemalige Hotel Pavillon und präsentierte das neue Max Ernst Museum der sehr interessierten Öffentlichkeit.

(tg) Katharina von Koschembahr wurde 1974 in Kattowitz geboren und kam sieben Jahre später nach Deutschland. In Brühl wuchs sie auf, hier besuchte sie das St. Ursula-Gymnasium, an dem sie 1994 ihr Abitur baute. Anschließend studierte sie an der Kunstakademie in Düsseldorf den Studiengang „Freie Malerei“ bei der Professorin Rissa, deren Meisterschülerin sie war. 2002 schloss sie das Studium erfolgreich ab. Während dieser Zeit und auch später noch lebte sie in Düsseldorf, bevor sie vor fünf Jahren wieder zurück nach Brühl zog und nun dort zusammen mit dem Psychologen Reiner Borowski lebt.