Jahrgang 2014
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Brühler Bilderbogen Dezember 2014

Liebe Leser,

hier an dieser Stelle im Heft hagelt es oft Kritik für Brühler Themen. Mal spöttisch und 'mal ernsthaft nehmen wir hier das unter die Lupe, was uns der Mann auf der Straße zu erzählen hat. Und sicherlich gibt es momentan sehr viele spannende Themen in Brühl wie etwa der Start unserer neuen schwarz-grünen Koalition mit Mehrheit im Stadtrat, das Gezänk um die neue 3. Dezernentin in der Stadtverwaltung, das Scheitern von Hotel-Visionen auf dem Belvedere-Parkplatz oder die drei Varianten für einen neuen Rathhausanbau im Steinweg.

Eufonias neues Konzert: „Und es war Sommer“: Wieder begeistert gefeiert wurde das neue Programm „Und es war Sommer” des MGV Eufonia. Die nächsten Konzerte gibt’s am 31. Januar/1. Februar in der Galerie am Schloss.

Kennen Sie das? Diese Diskussionen vor Weihnachten, wer wann wen und in welcher Reihenfolge besucht? Pläne werden geschmiedet und wieder verworfen, Köpfe werden sich zerbrochen. Und manchmal artet dann alles auch noch in Stress aus. Anderen Menschen dagegen geben die immer gleichen Rituale Halt. So kommt erst gar kein kein Stress auf. Wir wollten von den Menschen in Brühl wissen, wie sie es halten.

Sabrina Becker:

Ich habe keinen Weihnachtsstress. Ich kaufe die Geschenke lange vorher ein und feiere ruhig mit der Familie Weihnachten. Wir sind unter uns und besuchen über die Tage auch die Oma.

„Der Weihnachtsgottesdienst wird im WDR übertragen“
Renate Gerhard freut sich. Die evangelische Pfarrerin liebt die Adventszeit und das Weihnachtsfest und stürzt sich enthusiastisch in die damit verbundene Arbeit, die sie aber nicht als solche empfindet. Als wir sie fragen, wann sie denn das letzte Mal an den Weihnachtstagen komplett frei hatte, sagt sie nur lächelnd: „Das würde ich gar nicht wollen. Und ich weiß es gar nicht mehr. Seit dem Kindergarten bin ich Weihnachten immer gerne im Gottesdienst gewesen. Später habe ich auch Flöte gespielt und immer dezent darauf hingewiesen, dass ich gerne zur Verfügung stehe, falls irgendwo noch eine Flötenspielerin für einen Gottesdienst gesucht würde.“ Renate Gerhard liebt ihren Beruf, der für sie gleichzeitig eine Berufung ist.

Seit elf Jahren lebt die 53-Jährige evangelische Pfarrerin Brühl. Sie ist für den 1. Pfarrbezirk mit seinen rund 3.000 Gemeindemitgliedern verantwortlich. Dieser umfasst Brühl-Zentrum, Brühl-Ost, Schwadorf und Walberberg. Sie wohnt in der Comesstraße nur einen Steinwurf von der Christuskirche entfernt, in der sie die meisten Gottesdienste feiert. An Heiligabend ist sie gleich fünf Mal im Einsatz. Mittags besucht sie die Pflegestation des Seniorenwohnheim Wetterstein und erlebt dort „sehr bewegende Momente“. Anschließend spricht sie im großen Festsaal des Wettersteins geistliche Worte. Um 15:30 Uhr findet dann der Familiengottesdienst in der meistens bis auf den letzten Platz gefüllten Christuskirche statt. Dabei gibt es auch ein Krippenspiel mit Kinderchor. Um 18 Uhr gibt es den Festgottesdienst mit Orgelmusik. Den Heiligabend beschließt um 23 Uhr eine besinnliche und meditative Christmette.

Einen Abend auf den Spuren von Max Ernst und Hans Arp veranstaltet das Max Ernst Museum am 25. Januar. Um 18.30 Uhr gibt es eine Führung durch das Max Ernst Museum. Danach findet um 20 Uhr ein „Salonprogramm”. Max Ernst und Hans Arp waren lebenslang eng befreundet. 1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, lernten sie sich kennen, in den „Wilden Zwanzigern“ gründeten sie den Kölner Zweig der DADA-Bewegung. 1954 erhielten beide Künstler die Großen Preise der 27. Biennale in Venedig.

Lassen sie sich nach dem Besuch der Ausstellung auf eine außergewöhnliche Begegnung mit Hans Arp, Max Ernst und ihren Weggefährten im Dorothea Tanning Saal ein: Das Duo „surprise“ (die Cellistin Birgit Heinemann mit ihrer Klavierpartnerin Barbara Nußbaum) spannt einen der Zeit entsprechenden musikalischen Stimmungsbilderbogen mit Kompositionen des beginnenden 20. Jahrhunderts bis zur Musik der Fünfziger Jahre. Mitglieder von HisTOURical Bonn lassen durch literarische Texte, Erinnerungen und Briefe – in authentisch rekonstruierter Mode präsentiert – wichtige Lebensstationen der Künstler Revue passieren. Karten für Führung und Salonprogramm kosten 18 Euro.

Seltsam eingewickelte Bänke präsentieren sich vor dem Atelier der Brühler Künstlerin Gabriele Vorbrodt in der Hermannstraße 36. Letztes Jahr stand dort ein großer Weihnachtsbaum den alle mitschmücken durften. Was hat es aber mit diesem „Bankenwesen“ auf sich? Sie nennt es das „Bankgeheimnis“. Wie es jedoch nun mal der Gesetzgeber vorsieht, wird auch dieses Bankgeheimnis aufgebrochen werden.

Ein Bankenrettungsschirm soll aufgespannt werden und es geht bei weiten um mehr, als diese kleine Oase der Zusammenkunft zu retten. Was passiert mit dem öffentlichen Raum in unserer Stadt? Dürfen wir ihn nutzen, wie es uns lieb ist? Warum gibt es kein Straßenfest mehr in der Hermannstraße, bis 1996 war das Tradition. Viele werden sich noch daran erinnern. Vielleicht wird ein Bank-ett es wieder ins Leben rufen.
In den nächsten zwölf Monaten wird einiges in diesem Bankenviertel geschehen, lassen Sie sich überraschen, und seien Sie dabei, wenn das Bankgeheimnis ganz offiziell von einem bekannten Brühler Rechtsanwalt am 9. Januar um 18 Uhr aufgehoben wird.
Denn tatsächlich kann man ganz offiziell Teilhaber werden beim „Brühler Ersten und Einzigartigen Bankenviertel“. Wer war dabei bei der „Kunst in Abrissekstase“? Hat sich bei der Kunstaktion „12 auf 15“ – über Kunst auf einem Baugerüst gewundert, und hat das Entstehen und das Abschlussevent des Puddinghauses miterlebt? Man darf also gespannt sein, was sich die Künstlerin Gabriele Vorbrodt dieses Mal einfallen lässt.  Sie hat bereits viele fleißige Bankangestellte  mit begeistern können.
Brühl „fahrradfreundliche Stadt“
Der Stadt Brühl wurde durch die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e.V. (AGFS) im Rahmen ihrer jährlichen Mitgliederversammlung kürzlich in Düsseldorf als eine von 34 Mitgliedern die Urkunde zur Verlängerung der Mitgliedschaft verliehen.
Bürgermeister Dieter Freytag freut sich, dass sich die intensive Arbeit der Stadt Brühl im Bereich der Förderung der Nahmobilität und insbesondere für den Radverkehr bewährt hat und die Stadt damit weiterhin den Kriterien des AGFS gerecht wird. „Ich bin stolz, dass die Stadt Brühl für weitere sieben Jahre bis zum 31.12.2021 Mitglied in der AGFS bleibt und damit mit dem Prädikat „Fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt“ ausgezeichnet wurde“, sagte Dieter Freytag. Stellvertretend für den Bürgermeister hat der Leiter des Fachbereiches Bauen und Umwelt, Walter Schaaf, die Urkunde entgegen genommen. 



Wenn Jugendliche, zehn Mädchen und sechs Jungs im Alter von 12 bis 20 Jahren zusammen mit Professionellen aus Tanz, Gesang und Schauspiel ein Musiktheater entwerfen und umsetzen, dann entsteht „Inside/Out? The Battle“. Ein Projekt des Jugendkulturhaus Passwort CULTRA in Kooperation mit dem Verein music4everybody! e.V., gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Senioren NRW.

Auf Knopfdruck emotional sein und auf der Bühne agieren, das ist die Herausforderung im besonderen Musiktheaterprojekt, organisiert vom Passwort CULTRA und dem Verein Music4Everybody. Gefördert wird das Projekt vom Landschaftsverband Rheinland. „Wer singt, serviert seine Emotionen auf dem Silbertablett“, sagt Stephi Siebert, Gesangscoach von music4everybody e.V. und künstlerische Leiterin des Musiktheaterprojektes. Durch ein harmonisches Umfeld wie das im CULTRA und professionelle Betreuung ist die Stärkung des Selbstbewusstsein ein Kernelement des Projektes. „Es ist toll zu sehen, dass die Jugendlichen aufblühen, wenn sie auf die große Bühne dürfen“, so Sarah Kassan, Projektinitiatorin des Passwort CULTRA. „Die Profis geben ihnen Sicherheit und erarbeiten mit ihnen die nötigen Fähigkeiten um diese Herausforderung zu bewältigen.“ Genau das sei es, wofür CULTRA steht: Mit Profis arbeiten, neues lernen, Kompetenzen steigern und Selbstbewusstsein stärken!
In „Inside/Out? The Battle“ geht es um Gruppenzwang und aus ihm herauszutreten. Neben peppigen Stücken wie „Toxic“ (Britney Spears) und „Happy“ (C2C) werden auch emotionalere Stücke gezeigt wie „Rolling in the Deep“ (Adele) und „Burn“ (Ellie Golding). Die Lieder haben die teilnehmenden Jugendlichen selbst bestimmt. Auch dass die Liebesaffäre zwischen zwei Frauen und nicht zwischen einem Jungen und einem Mädchen ist, war eine Idee der Jugendlichen selbst.

Der diesjährigen Einladung des Jugendamtes zur Wahl des neuen Jugendamtselternbeirates folgten nahezu alle Brühler Kindertageseinrichtungen. Kürzlich trafen sich 25 Elternvertreter im Ratssaal, um einen gemeinsamen Stadtelternrat als Vertreter aller Brühler Kindergartenvertreter zu wählen. Als Vorsitzender wurde Martin Gies im Amt bestätigt. Er und seine stellvertretende Vorsitzende Kirsten Braakmann werden von den drei Beisitzerinnen Sandra Rudolph, Stamo Zilz sowie Yvonne Thomas unterstützt. Infos gibt es unter Telefon 02232/502014 oder über Facebook (stadtelternratbruehl).

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)


Vor 410 Jahren
Hexenverbrennung in Brühl

Wer sich auf den Weg macht und sich auf dem ehemaligen Gelände der Zuckerfabrik einmal die Straßennamen ansieht, der findet dort zum eΩinen nur Frauennamen und zum anderen gleich zu Beginn des Wohngebietes die Anna-Schmitz-Straße. Darunter findet sich auf einem kleinen Zusatzschild der Text: „Als Hexe in Brühl verbrannt 1604“.
Der Tag der Hinrichtung dieser armen Seele jährt sich am 1. Dezember zum 410. Mal. Anna Schmitz war als Magd in Diensten eines Brühler Bauern. Ihr wurde wenige Tage zuvor der Prozess gemacht, sie wurde bestialisch gefoltert – die von Gerichtsschreiber Heinrich Mol protokollierte Formulierung „gütlich und peinlich verhört“ ist hier an verabscheuenswürdiger Verharmlosung kaum zu überbieten. Wie bei all diesen Hexenprozessen waren die Qualen der Folter nach einiger Zeit so groß, dass Anna – wie all die anderen Frauen, denen dasselbe Schicksal beschieden war – alles, aber auch wirklich alles „gestand“, was man ihr auch zur Last legen mochte. Und so folgte als Urteil dann auch als einzig mögliche (und gewollte) Konsequenz: Tod durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen.
Dieses Urteil wurde an jenem 1. Dezember vollstreckt. Das Andenken an dieses mörderische Fehlurteil hat hier in Brühl zur Widmung der Anna Schmitz Straße geführt.

Bereits zum 17. Mal präsentiert das ZOOM Kino seinem treuen Publikum zum Jahreswechsel die Brühler Filmtage. Anlass für die ersten Filmtage im Jahr 1998 war eine Auszeichnung der Filmstiftung NRW für die Programmgestaltung 1997 im ZOOM Kino. Die Filmtage waren ein Dankeschön an die Zuschauer, ohne die das Kino und somit die Programmgestaltung und daraus resultierend die Auszeichnung nicht möglich gewesen wäre.

Das ZOOM Kino wurde auch in diesem Jahr wieder auf Bundes- und auf Landesebene ausgezeichnet. „Wir haben ein abwechslungsreiches Programm aus Filmen, die in der letzten Zeit gestartet, aber im ZOOM Kino noch nicht gelaufen sind, zusammengestellt“, berichtet Hans-Jörg Blondiau von ZOOM. Im Programm vertreten sind Filme wie „Boyhood“ (18. Dezember), „Pride“ (20. Dezember), „Paddington (26. Dezember), „Am Sonntag bist Du tot“ (28. Dezember) oder „Das finstere Tal“ (30. Dezember). Zum Jahreswechsel ist es fast schon üblich, überall Rückblicke und Resümees zu veröffentlichen. Auch ZOOM wollte sich dem Trend nicht entziehen und präsentiert zum Start ins neue Jahre die Reihe „Die Ausverkauften“. Zu sehen sein werden sieben der zehn bestbesuchten Filme des vergangenen ZOOM Jahres. Gezeigt werden u.a. „Monsieur Claude“ (Silvester 18 Uhr) oder „Fack ju Göthe” (1. Januar). Das komplette Programm mit allen Filmen gibt’s als Flyer im Kino oder auf www.zoomkino.de.

Vochem hat jetzt ein eigenes Stadtteilvideo. In Kooperation mit dem Stadtteilbüro ist dem Komponisten Bela Kassan und dem Filmemacher Thorsten Kleinschmidt im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt Brühl-Vochem“ ein eindrucksvoller Imagefilm gelungen. Das Video bündelt die Vorzüge Vochems zu einem einmaligen Gesamtwerk. Stadtteilmusiker aller Sparten zeigen darin ihr Können. Vom Tambourcorps, dem Männergesangverein über den Kirchenchor bis hin zum Rapper bringt jeder seine musikalische Höchstleistung. Präsentiert wird das Video am 15. Dezember um 17 Uhr in der Aula der Städtischen Katholischen Grundschule, St.-Albert-Straße 2. Gratiseintrittskarten gibt es im Stadtteilbüro bei Isabel Vela Sanchez am Thüringer Platz 10. Weitere Infos auch unter Tel. 02232/500966.

(tg) Bernhard Schumacher wurde 1965 in Frankfurt am Main geboren. Nach seiner Ausbildung zum Erzieher lernte er 1994 seine spätere Frau Ursula kennen, die ebenfalls in einem Kölner Kinderheim arbeitete. Zwei Jahre später zog er nach Brühl, im Jahr 2000 heiratete er.

Im Jahr 1998 gründete Bernhard Schumacher in der Ludwig-Jahn-Straße das „Schumaneck Kinderhaus“, in dem Kinder ein Zuhause finden, die, nachdem sie großes Leid erfahren haben, nicht mehr in ihren Familien leben können. Insgesamt werden in neun Einrichtungen in Brühl, Bornheim und Köln-Nippes derzeit 46 Kinder betreut. „Die Kinder im Kinderhaus, einer Familiengruppe oder einer kleineren familiären Lebensgemeinschaft haben die Möglichkeit, in einer Struktur, die der Familienstruktur sehr ähnlich ist, ihren Alltag zu erleben und sich weiterzuentwickeln. Eine solche Kinder-und Jugendhilfeeinrichtung heißt „familienanalog“. Sie ist gleichzeitig (Ersatz-) Familie und Institution“, erklärt Bernhard Schumacher die Philosophie des Schumaneck Kinderhauses.

Verlagssonderveröffentlichung

Die gute Nachricht für die Anwohner und Geschäftsleute rund um die Kölnstraße kam kürzlich: Die Hotelbebauung auf dem Belvedere-Parkplatz ist erstmal vom Tisch. Die Denkmalschutzbehörde sagte „Nein“ zu den Plänen des Investors. Zu hohes Gebäude in direkter Nähe zum Weltkulturerbe Schloss Augustusburg, was wiederum die Rentabilitätspläne des Investors in Frage stellte. Somit endete erst mal ein politisches Streitthema, das auch den letzten Kommunalwahlkampf zierte.


Besonders die Brühler FDP jubelte dieses Bauvorhaben in Form eines Rundschreibens in den Himmel und prognostizierte enorme Umsatzzuwächse für den Einzelhandel auf der Kölnstraße. Dumm nur, dass keiner der FDP glaubte und nun die Einzelhändler und Gastronomen erst recht auf die Barrikaden gegen eine Hotelbebauung gingen. Die sahen nämlich die schon heute nicht ideale Verkehrs- und Parksituation (Bevedere) in ihrem Stadtteil ernsthaft gefährdet. Die anderen Brühler Parteien waren im Wahlkampf hingegen schlauer und mieden das Thema so weit es ging. Große Bauvorhaben in Brühl müssen seit dem heiß diskutiertem und höchst umstrittenen Bauprojekt Rathausanbau Steinweg im Dialog mit der Bürgerschaft abgestimmt werden. Sonst droht die nächste „Dagegen-Bürgerinitiative“ inklusive eines medienwirksamen Rechtsstreits gegen die Stadtverwaltung. So ohne weiteres lässt sich der Brühler Bürger nämlich nicht mehr seine eigene Stadt verbauen. Gerade die Kölnstraße und ihre Geschäftsleute sind auf jeden Parkplatz in unmittelbarer Nähe im höchsten Maße angewiesen.

Allein während der reinen Bauzeit eines Hotels und der damit verbundenen Dezimierung von Parkplätzen würden viele Geschäftsleute höchstwahrscheinlich und endgültig nur noch ums nackte Überleben kämpfen.


Dazu kommt noch, dass die Stadt Brühl inklusive Rat es seit Jahrzehnten nicht schafft, positive Rahmenbedingungen für einkaufsfreundliches Parken in Kölnstraßennähe zu schaffen. Noch nicht einmal dem leidigen und auf dem Belvedere-Pakplatz nicht funktionierenden, elektronischen Parkleitsystem wird der Stecker gezogen. Viele Anwohner und Geschäftsleute der Kölnstraße fühlen also zurecht von der Stadtverwaltung ungerecht behandelt und im Stich gelassen.

Besser sein als andere
Wer also auf der Kölnstraße ein Geschäft oder einen gastronomischen Betrieb eröffnet, muss aufgrund der genannten städtischen Rahmenbedingungen erst einmal etwas besser sein als andere in der restlichen Brühler Innenstadt. Und das funktioniert anscheinend bestens, obwohl der Kölnstraße in der Vergangenheit ja eine schwierige Zukunft mit der Eröffnung der Giesler-Galerie prophezeit wurde.
Im aktuellen Attraktivitätsvergleich mit der wichtigen Einkaufsmeile Uhlstraße schneidet die Kölnstaße heute gut ab, obwohl sie leider nicht über ein Parkplatzparadies Giesler-Galerie verfügt. Ein großer Pluspunkt der Kölnstraße ist es, in den letzten Jahren nicht dem Trend „Billiger-Billiger-Billiger“ hintergelaufen zu sein, sondern sich mit einem qualitativ hochwertigen, ausgesuchten Angebot und einer dazu entsprechenden Beratungsleistung wohltuend von der breiten Masse abzusetzen.

Wer einmal genau hinschaut, wird erkennen, dass dies auch effektiv und besonders branchenübergreifend auf der Kölnstraße funktioniert: Ob Herrenausstatter, Damemode-Boutique, Dessous- und Bademoden-Fachgeschäft, Optiker, Uhren- und Schmuck-Geschäft, Innenausstatter, Apotheke, Elektronik-Fachhandel, Metzgereien und auch Gastronomiebetriebe. Es ist schon seltsam, dass vielen Brühler Bürgern diese Tatsache oft überhaupt nicht auffällt und alles in der Brühler Innenstadt für selbstverständlich gehalten wird. Wer aber mit auswärtigem Familienbesuch durch unser Städtchen flaniert, wird vielleicht bemerken, dass dieser Besuch im Angesicht des vielfältigen, inhabergeführten Brühler Einzelhandels, auch auf der Kölnstraße, in Verzückung gerät.
Haben wir Sie als Leser nun neugierig machen können? Wir hoffen schon, denn die Kölnstraße hätte noch mehr Aufmerksamkeit verdient. Auf den folgenden Seiten präsentieren wir Ihnen einige besonders empfehlenswerte Einzelhändler, Dienstleister, Restaurants und Gastronomiebetriebe.