Jahrgang 2016
Öffnen
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 60 Jahren
Hermann Faßbender stirbt
Die Bedeutung, die Pfarrer Hermann-Josef Faßbender für seine Pfarrgemeinde hatte, erkennt man in Schwadorf auch heute noch auf den ersten Blick, wurde doch die Straße an der Kirche St. Severin nach seinem Tod nach ihm benannt. Und dieser Todestag Hermann Faßbenders jährt sich am 2. Oktober zum 60. Mal. Er leitete die Schwadorfer Gemeinde in der schweren Zeit von 1935 bis 1954.
Dass Fassbender allerdings Erwähnung im Erzbischöflichen Archiv in Köln gefunden hat, verdankt er nicht seiner Zeit in Brühl. Vor seiner Ernennung zum Pfarrvikar an St. Severin war er lange Zeit als Gefängnisseelsorger tätig, und wollte sich nicht mit den neuen Machtverhältnissen nach 1933 arrangieren. Und so wurde er am 5. Juli 1935 „auf seinen Wunsch hin“ in den Ruhestand versetzt. Und mit dieser Urkunde begründet sich auch das Interesse des Archivs, denn sie ist unterzeichnet von Adolf Hitler persönlich.
Das Original der Urkunde befindet sich heute im Fundus des Erzbischöflichen Archivs in Köln und kann unter der Rubrik „Schätze aus dem Archiv“ im Internet eingesehen werden.

(Bildnachweis: Historisches Archiv des Erzbistums Köln bzw. AEK, Nachlass Faßbender 9)

Vor 710 Jahren
Brühler Frieden
In seiner langen Geschichte stand Brühl immer wieder quasi als Spielball zwischen dem Kölner Erzbischofen und den Kölnern. So auch unter Wigbold von Holte (1297-1304), als es zu einem Streit um die Hoheit über die Kölnischen Zölle kam. Die Kölner verbündete sich damals mit dem Grafen von Jülich, Cleve, Berg und Mark gegen ihren Regenten.
Von Holte war allerdings nicht umsonst für sein diplomatisches Geschick bekannt. Dieses hatte bei seiner Wahl im Jahre 1297 schließlich dazu geführt, dass er die Unterstützung von König Adolf von Nassau erhalten hatte. Und so war die Burg zu Brühl im Oktober des Jahres 1301 dann Schauplatz von Friedensverhandlungen, welche erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Im originalen Wortlaut der Urkunde vom 25. Oktober 1301 wird auch Brühl ausdrücklich erwähnt und unter Schutz gestellt:
„Es sol ouch von der Burg und von der stat zu dem Brüle der stat und den buergern von Kolen hernach in keyner zit schade geschehen, also daz dieselbe veste von dem Brüle Burg und stat oder ir hindersezzen von der statt Kolen niht geletzet oder beschwert werden: des sulen sie bedenhalben an einander brief geben.“

Vor 90 Jahren
Christuskirche erhält neue Glocken
Es war eine große Festlichkeit in und für ganz Brühl, als am 24. Oktober 1926 die evangelische Kirchengemeinde neuen Glocken erhielt. In einem großen Festzug wurde das neue Geläut durch die Innenstadt geführt, danach ging es am Schloss vorbei hin zur Christuskirche. Ganz Brühl war festlich herausgeputzt, und allerorten wurde geflaggt. Der Ersatz für die im ersten Weltkrieg zum Waffenguss konfiszierten Glocken kostete die Gemeinde damals 7.805 Mark.