Jahrgang 2016
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 215 Jahren
Französische Reformen
Der 19. November 1801 ging in die Geschichte des Rheinlandes ein als der Tag, da die Kirchen eine neue – von der französischen Besatzung vorgegebene – Verwaltungsstruktur erhielten. Für die Katholiken bedeutete dies, dass sie ab sofort dem Roer-Departement mit Haupt- und Bischofsstadt Aachen angehörten. Brühl blieb allerdings als Kantonhauptstadt recht bedeutend: 25 Gemeinden wurden von hier aus verwaltet: Brühl, Vochem, Berzdorf, Schwadorf, Pingsdorf, Hürth, Fischenich, Kendenich, Hermülheim, Gleuel, Immendorf, Rodenkirchen, Sürth, Meschenich, Hersel, Urfeld, Wesseling, Keldenich, Waldorf, Brenig, Hemmerich, Sechtem, Merten, Roesberg und Walberberg. 18.000 Einwohner wurden von hier aus verwaltet.
Pfarrer Peter Heinrich Gareis wurde seinerzeit ´Kantonalpfarrer´, da er Pfarrer an der Hauptkirche St. Margareta war. Im Rheinland konnte und wollte man aber mit dem Titel Kantonalpfarrer nicht wirklich warm werden, und so wurde dieses Amt schon bald mit der neuen Bezeichnung „Oberpfarrer“ ausgestattet.

Auch nach Abzug der französischen Besatzung und dem Ende der Zugehörigkeit zum Bistum Aachen blieb der Titel des Oberpfarrers in Brühl erhalten. Die jeweiligen Pfarrer an St. Margareta führten ihn mit Stolz, schließlich gab es nicht viele Gemeinden, in denen dieser Titel bis zum Ende des 20. Jahrhundert noch angetroffen werden konnte. Nach dem Tod von Oberpfarrer Lehnen jedoch wollten die Brühler Pfarrer diese Besonderheit offenbar nicht mehr beibehalten - schade um eine über 200-jährige Tradition in Brühl!

Vor 200 Jahren
Einbruch im Rathaus
Die Nacht vom 25. auf den 26. November 1816 nutzten freche Einbrecher in Brühl zu einer ganz besonders dreisten Tat: Sie brachen in das Rathaus ein, durchsuchten und verwüsteten alles und machten sich mit einer Beute von 70 Francs davon. Als Bürgermeister Adam Scholl am nächsten Morgen sein Büro betrat, hatte er rechte Not, die Verwaltung in möglichst kurzer Zeit wieder funktionsfähig herzurichten.

Vor 195 Jahren
Problemfall Brühl
Auch fünf Jahre später hatte Bürgermeister Scholl Grund zur Klage: mit Schreiben vom 29. November des Jahres 1821 ließ er seinem Kummer und seinen Sorgen freien Lauf und er berichtete dem Kölner Landrat Gymnich über die Lage seiner Stadt wie folgt:
"Das Städtchen Brühl zählt keine 1.500 Zivilseelen, der größte Teil der Einwohner sind Tagelöhner und Arme. Durch die Lage zwischen zwei Großstädten ist der Absatz der Krämer gering. Das Friedensgericht, das dem Städtchen etwas Nutzen brachte, ist nach Köln verlegt worden."
Es war also nicht viel los in seiner Stadt und die letzte geringe Einnahmequelle, das Friedensgericht, hatte man auch nach Köln abgezogen. Die Last der französischen Besetzung war zwar vorbei, das neue Verwaltungssystem „klemmte“ aber noch an mancher Stelle und so war Brühl fast mittellos.


Vor 65 Jahren
Kirchweihe
Nachdem das Gotteshaus der evangelischen Gemeinde in Brühl bei den Bombenangriffen auf unsere Schlossstadt am 4. März 1945 nahezu vollständig zerstört wurde, bot der 11. November des Jahres 1951 wieder Grund zu großer Freude: An eben diesem Sonntag wurde der Neubau der Christuskirche unter großer Anteilnahme der Brühler Bevölkerung geweiht. Präses D. Heinrich Held nahm die Weihe vor, assistiert und begleitet von dem Kölner Superintendenten Hans Encke und dem um den Wiederaufbau der Kirche so verdienstvollen Gemeindepfarrer Georg Grosser. Errichtet wurde die Kirche auf den Fundamenten des Vorgängerbaus.

Vor 25 Jahren
Brunnentaufe
Ein Gang durch die Brühler Innenstadt lässt den aufmerksamen Betrachter eine stattliche Anzahl an Brunnen und „Gewässern“ erkennen. Im November 1991 konnte Stadtdirektor Dr. Walter Leder der Brühler Bevölkerung einen weiteren Brunnen präsentieren. Im Beisein des Künstlers Olaf Söth übergab er den von diesem aus Kalksteinblöcken geschaffenen Brunnen an der Ecke Kölnstraße/Comesstraße seiner Bestimmung.