Jahrgang 2017
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 280 Jahren
Graf Ferdinand stirbt

Am 18. März des Jahres 1737 starb Graf Ferdinand von Plettenberg im Alter von 46 Jahren in Wien. Von Plettenberg war als Kurkölnischer Premierminister, Obristkämmerer und Erbmarschall des Kurfürsten Clemens August auch in Brühl tätig gewesen. 1723 ernannte Clemens August ihn zu seinem Premierminister, seine hohen Ämter vermochten ihm jedoch nicht mehr zu schützen, als er bei seinem Herrn in Ungnade fiel. Dies geschah im Zuge der hier in Brühl bis heute bekannten Tragödie um den Tod des Freiherrn Johann Baptist von Roll, der 1733 von Friedrich Christian von Beverförde zu Werries im Nachgang eines Duells getötet wurde. Da von Roll bester Freund des Kurfürsten war, wurde Graf Ferdinand als Verwandter des vermeintlichen Mörders von Beverförde unehrenhaft entlassen und musste nach Wien fliehen, wo er nur vier Jahre später verstarb. An den Freiherrn von Roll erinnern in Brühl zum einen die nach ihm benannte Straße (vom Mühlenbach abzweigend) und zum anderen die Statue des Heiligen Nepomuk (ursprünglich aufgestellt an der Stelle des Duells, inzwischen steht diese vor der Schlosskirche), welche Clemens-August anlässlich des Todes seines Freundes stiftete. Zeugnisse des Grafen von Plettenberg sucht man hingegen vergebens – hier wirkte der Zorn des Kurfürsten mit Nachdruck.

Vor 165 Jahren
Vereinsgründung
Auf Initiative von Oberpfarrer Laurentius Berrisch (in Brühl tätig von 1845 bis 1883) wurde am 8. März 1852 in Brühl der katholische Frauenverein vom Heiligen Vinzenz von Paul gegründet. Der Verein stellten sich ganz in den Dienst caritativer Ziele der Nächstenliebe. Bereits wenige Monate nach der Gründung wurde die Vereinigung dann umbenannt und war fortan unter der Bezeichnung Elisabethverein mit den gleichen Zielen tätig.

Vor 140 Jahren
Kulturkampfgesetze
Am 30. März 1877 wurden die Vermögenswerte der Brühler Pfarreien, die sogenannten „Pfarrdotalgüter”, beschlagnahmt. Dies geschah im Zuge der Umsetzung der preußischen Kulturkampfgesetze. Als weitere Folge erhielt Vikar Josef Loerper, der sich in seinen Predigten insbesondere den sozialen Zeitfragen gegenüber sehr aufgeschlossen zeigte, ein Predigtverbot.

Vor 110 Jahren
Neue Turmuhr an St. Margareta
Der Brühler Uhrmachermeister Ferdinand Zilliken stattete den Turm der Brühler Hauptpfarrkirche St. Margareta am 28. März 1907 mit einer neuen Kirchturmuhr aus. Sein Auftrag lautete damals auf die Fertigung und Montage einer neuen Uhr für den Glockenturm. Somit wurde die jahrhundertelange Tradition einer Kirchturmuhr bewahrt, denn bereits aus dem Jahr 1788 ist überliefert, dass „eine alte Turmuhr“ durch den Uhrmachermeister Dederichs aus Blatzheim ersetzt wurde.

Vor 75 Jahren
Glockenraub an der Christuskirche
Ihrer Glocken beraubt wurde die evangelische Christuskirche am 5. März 1942. Erklangen diese bislang zur Ehre Gottes, so diente ihr Metall fortan als Kriegsgerät. Sie wurden während des zweiten Weltkriegs eingeschmolzen und ihrer nun gänzlich unheiligen Bestimmung zugeführt. Dies war für die evangelischen Christen umso betrüblicher, als sie diese Glocken gerade erst im Jahre 1926 hatten weihen und in Betrieb nehmen können.

Vor 75 Jahren
Theodor Brauer stirbt
Mit Theodor Brauer verstarb am 19. März 1942 in St. Paul in Minnesota (USA) ein ehemaliger Brühler Bürger. Der sozialkritische christliche Sozialpolitiker, der vor den Nationalsozialisten ins Exil fliehen musste, lebte von 1913 bis 1923 in Brühl und hatte hier im Alter von 38 Jahre seine Reifeprüfung am Brühler Gymnasium abgelegt.