Jahrgang 2017
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Politische Umfragen sind ja so eine Sache. Damit haben wir schon unsere Erfahrungen gemacht. Die Leute auf der Straße nehmen lieber zu allen möglichen anderen Themen Stellung, als sich über die Politik auszulassen. Dabei haben wir noch nicht einmal konkret nach der bevorzugten Partei gefragt, sondern eher allgemein, in welche Richtung es denn gehen soll. Doch selbst dieses Thema schien sehr vielen Menschen in der Brühler Innenstadt zu heikel zu sein. Besonders Frauen haben uns zwar die Frage beantwortet, sich fotografieren lassen oder den Namen nennen wollten sie dagegen auf gar keinen Fall.
Liegen deshalb in letzter Zeit die Prognosen so oft komplett daneben wie etwa beim Brexit oder der Präsidentenwahl in den USA? Ist es eine Sache, an einer Umfrage teilzunehmen und eine ganz andere, wo man denn im stillen Wahlkämmerlein tatsächlich sein Kreuzchen macht? Öffentlich zu einer Partei wie der AfD bekennt sich fast niemand, trotzdem haben sie bei den letzten Wahlen immer viele Stimmen bekommen. Wie auch immer. Für diese Umfrage benötigten wir doppelt so viel Zeit wie sonst. Dafür sind wir überzeugt davon, dass die folgenden Aussagen der Menschen auch ihrer ehrlichen Überzeugung entsprechen.


Andreas Heim:

Ich bin ja eher linkslastig und nicht für die Grünen. Vielleicht wäre mal ein Bündnis der SPD mit den Linken eine neue Variante für Nordrhein-Westfalen. Auf jeden Fall muss die neue Regierung mehr für die Bildung und den Zustand der Schulen tun.


Sebastian von Waldow:

Ich wünsche mir eine FDP-geführte Landesregierung. Spaß beiseite, ich wünsche mir eine Regierungsbeteiligung der FDP, weil Nordrhein-Westfalen stark genug ist um eine christlich-liberale oder eventuell auch soziale-liberale Koalition auszuhalten.


Rüdiger Reiners:

Ich hoffe, dass die SPD an der Regierung bleibt, die Piraten wieder in den Landtag ziehen und vielleicht eine Koalition mit der SPD bilden. Das wäre mein Wunsch. Die Piraten haben im Kreis gute Arbeit geleistet, aber das wird ja nirgendwo gewürdigt. Ich bin dafür, dass Flüchtlinge früher arbeiten gehen dürfen, ich bin für eine vernünftige Schulpolitik und bezahlbare Wohnungen nicht in Ghettos. Ich bin für eine bessere Bezahlung in der Pflege und im Gesundheitswesen. Es gibt viel zu tun.


Helmut Wichterich:

Ich wünsche mir eine starke SPD in der Regierung. Ich kann die CDU nicht wählen, weil wir genug Lobbyisten haben. Ich finde, dass Frau Kraft einen guten Job in Düsseldorf macht.


Götz Genzke:

Ich bin pro SPD eingestellt und wünsche ihr einen geeigneten Koalitionspartner. Ich hege auch Sympathien für den FDP-Spitzenkandidaten Christian Lindner. Aber die FDP will ja wohl nicht mit der SPD koalieren, wie ich gehört habe. Hannelore Kraft finde ich ebenfalls sympathisch, vor allem, dass unter ihrer Regierung die Studiengebühren wieder abgeschafft wurden. In Nordrhein-Westfalen ist die Wirtschaft unter Rot-Grün auch nicht abgestürzt.


Wolfgang Dormann:

Für mich hat Rot-Grün nicht effizient für Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Die Grünen haben der SPD bei wirtschaftlichen Entscheidungen Steine in den Weg gelegt. Wir wurden schlecht regiert. Mein Favorit ist eine Koalition aus CDU und FDP, eine Notlösung wäre eine große Koalition. Ich denke, es gibt viele unzufriedene CDU-Wähler, die diesmal der FDP ihre Stimme geben.


Monika Wilk:

Ich wähle die Linken. Sie erscheinen mir am ehrlichsten. Ansonsten vertritt Rot-Grün noch am ehesten meine Interessen. In Brühl gefällt mir von den Linken Eckhard Riedel, weil er kurz und prägnant sehr gut argumentieren kann. Ansonsten freue ich mich über jede kluge Frau in der Politik, auf Bundesebene ist das zum Beispiel Sarah Wagenknecht.


Eine Umfrage von
Tobias Gonscherowski (Text)
und Bernhard Münch (Fotos)

Info: Bei der NRW-Landtagswahl 2012 gab es folgendes Ergebnis: SPD 39,1 Prozent, CDU 26,3 Prozent, Grüne 11,3 Prozent, FDP 8,6 Prozent, Piraten 7,8 Prozent, Linke 2,5 Prozent, Sonstige 3,5 Prozent.