Jahrgang 2017
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Brühler Bilderbogen Oktober 2017

Liebe Leser,
in Berlin laufen derzeit nach der Bundestagswahl vom September die Verhandlungen über die Regierungsbildung einer Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen. Diese Kombination hat es auf Bundesbene noch nie gegeben. Das könnte für frischen Wind sorgen, finden auch die in unserer Umfrage um ihre Meinung gebetenen Brühler. Verglichen mit dem Ergebnis in ganz Deutschland haben die Brühlerinnen und Brühler etwas anders abgestimmt. Auch sie straften die beiden Volksparteien CDU und SPD ab, die in Brühl jeweils rund jeden fünften ihrer Wähler verloren. Anders als im Bundestrend aber war die Reihenfolge dahinter arg durcheinander gewürfelt. In Brühl erhielt die FDP mit Abstand die drittmeisten Stimmen (im Bund die viertmeisten) und steigerte sich um 250 Prozent. Dahinter kamen die Grünen auf Platz vier (im Bund auf Platz sechs), vor der AfD (im Bund auf Platz drei) und den Linken (im Bund auf Platz fünf).


Abschlussparty des Sommerleseclubs
Kürzlich feierte die Stadtbücherei die große Abschlussparty des Sommer- und Juniorleseclubs, bei der auch die Siegerinnen und Sieger des diesjährigen Wettbewerbs vorgestellt wurden. Den Klassenpokal gewann die Klasse 6c der Gesamtschule. Lea Möller las 61 Bücher und damit die meisten im Juniorleseclub. 52 Bücher schaffte Rümeysa Gökce beim Sommerleseclub.

Die Bundestagswahl ist gelaufen, die Ergebnisse stehen fest. Nachdem die SPD der Fortsetzung der rechnerisch erneut möglichen großen Koalition eine Absage erteilte, wollen nun CDU, FDP und Grüne über eine so genannte Jamaika-Koalition verhandeln. Werden sich die drei Parteien einigen? Und ist das gut für Deutschland? Das wollten wir eine Woche nach der Wahl von den Menschen in Brühl wissen.




Caspar Hommelsbein:

Eine Alternative zur großen Koalition haben wir bitter gebraucht. Angela Merkel hatte ihre Verdienste, die ich nicht schmälern möchte, Aber ihr mütterliches Nicken muss ein Ende haben. Wir werden doch mittlerweile ausgelacht, unsere Gutmütigkeit wird ausgenutzt. Und Martin Schulz war keine Alternative. Es ist gut, dass die SPD jetzt in die Opposition geht. Von der Opposition kam doch zuletzt nur dummes Geschwätz. Deswegen ist die FDP wieder in den Bundestag gekommen. Ich finde das gar nicht schlecht. Sie hat die nötige Traute, sachlich neu anzufangen. Ich denke, dass es zur Jamaika-Koalition kommen wird. So hat man die AfD auch im Griff, Neuwahlen wären fürchterlich.

10 Jahre und kein bisschen leise!
Die Brühler Rocknacht feiert am 21. Oktober ihr 10-jähriges Jubiläum. Keiner, am allerwenigsten die Organisatoren, die Brüder Kosta und Thomas Karanatsios, hätten vor 10 Jahren gedacht, dass dieses Musikevent einmal fester Bestandteil des Brühler Veranstaltungskalender werden würde.

Als Gründungsmitglieder der Rockband Crafted ging es den Brüdern anfangs nur darum, gemeinsam mit anderen Bands auf einer Bühne Spaß zu haben. Und natürlich auch darum, das Publikum zu begeistern. Der Schlüssel zum Erfolg der Rocknacht ist das goldene Händchen, jedes Jahr aufs Neue Bands aus der Region zu finden, die auf völlig unterschiedliche Art das Genre Rockmusik präsentieren. Ob etwas leiser oder richtig laut, von Rock-Blues bis zu Heavy Metal: Die Abwechslung macht's und der Name „Rocknacht“ wurde Programm. Und das auch immer und seit Anfang an für einen wohltätigen Zweck. Der Eintritt ist kostenlos, alle Bands spielen ohne Gage und es wird immer für einen karitativen Zweck für Brühler Organisationen gesammelt. Darauf sind die Jungs von Crafted sowie alle teilnehmenden Bands besonders stolz. In der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung wird für die Brühler Tafel gesammelt.

Der Brühler Kunstverein präsentiert vom 15. Oktober bis zum 5. November die Ausstellung „FortSetzung – Zeichnung und Skulptur“. In der Alten Schlosserei des Marienhospitals werden  Zeichnungen und Skulpturen von Petra Siering ausgestellt. Die Ausstellung ist von Mittwoch bis Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Bei der Vernissage am 15. Oktober um 11 Uhr spricht Dr. Petra Oelschlägel, Direktorin der Städtischen Galerie Villa Zanders in Bergisch Gladbach, einführende Worte.

Am Freitag, den 13. Oktober, wird die Tanzgruppe „Sosolya Undugu Dance Academy“ (SUDA) aus der Hauptstadt Ugandas, Kampala, im Jugendkulturhaus Passwort Cultra ihre Tanz- und Theaterproduktion „Kwafe kwe Kwafe“, in der es um die Folgen des Klimawandels geht, präsentieren: Beginn: 18.30 Uhr. Im Anschluss an das etwa einstündige Bühnenstück gibt es eine offene Frage- und Diskussionsrunde mit dem Publikum.

"Brühl von oben – Filmpremiere im November”
Ein spannendes Projekt steht kurz vor seinem Abschluss. In wenigen Wochen wird der Brühler Filmemacher Thorsten Kleinschmidt seinen neuesten Film vorstellen. „Brühl von oben” heißt sein Werk, das unsere Stadt aus einer ungewöhnlichen Perspektive zeigt. Denn die Aufnahmen entstanden mit einer Drohne, die der 33-Jährige in den letzten Monaten an rund 20 Drehtagen über Brühl kreisen ließ. Wir haben Thorsten Kleinschmidt besucht.

„Ich war schon immer von der Vogelperspektive fasziniert. Die Idee, einen Film über Brühl mit dem Blick von oben zu machen, hatte ich schon lange im Hinterkopf", erzählt Thorsten Kleinschmidt. Schon vorher hatte der gebürtige Brühler Luftaufnahmen für seine Filme verwendet. Bei Projekten über Vochem oder das Max Ernst Museum baute er den filmischen Blick von oben ein. Die Ergebnisse begeisterten ihn immer.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine der beliebtesten Veranstaltungen bei ZOOM. Die 11. Auflage von Vino & Kino findet diesmal am Samstag, 4. November um 20 Uhr in Zusammenarbeit mit Conni Presslmayr vom Brühler Bioladen Naturkost Brühl statt. Sie präsentiert Wein aus ökologischem Anbau, ZOOM zeigt dazu passende Kurzfilme. Für kleine Snacks sorgt wie immer Angelika Nieling.

„Music meets Magic begeistert”
Am Freitag, 10. November um 20 Uhr, gibt die beliebte Brühler Band „2von3” erstmals im Dorothea Tanning Saal des Max Ernst Museums ihr neues Konzert. Tickets gibt es im brühl-info. Die Musiker präsentieren „Das Beste aus fünf Jahren, völlig neu, ausdrucksstark und musikalisch erweitert”. „2von3”, das sind in der Stammbesetzung die beiden Brüder Stefan (Gesang) und Giovanni Güsgen (Piano) sowie Armin Forke (Percussion und Cajon) und Eberhard Maldfeld (Kontrabass). Der Brühler Bilderbogen hat die Band besucht.

BBB: Herr Güsgen, im November ist es wieder so weit. Dann steigt das neue Konzert von "2von3". Worauf können sich die Zuschauer freuen?
Giovanni Güsgen: Nach fünf Jahren, mit ausverkauften Konzerten in der Galerie am Schloss und der erfolgreich veröffentlichten ersten CD „Einfach Mal Raus“ im Jahre 2016, widmen wir uns nun einem neuen großen Projekt. Wir ändern unseren Stil ein wenig und werden peppiger und rockiger. Die Band wird für das Konzert um einige Musiker erweitert. Clemens Neubauer begleitet uns mit rockigen Gitarrenrhythmen und filigranen Soli. Ingo Baier (Saxophon), Lukas Bläser (Posaune) und Thorsten Karl (Trompete) stehen für knackige Bläsersätze. Sarah Weber und Lisa Spielmann unterstützen 2von3 mit ihrem hervorragenden mehrstimmigen Chorgesang.

Die Erzieherin Anja Loddeke lädt mit ihrer Tochter Lotta am 5. November und 6. Dezember zum Sonntagsbrunch im Städtischen Familienzentrum Brühl-Süd, Auf der Pehle 27, ein. Das Angebot ist kostenfrei und richtet sich an Brühler Alleinerziehende bzw. Ein-Eltern-Familien.

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 15 Jahren
Tod von Oberpfarrer Lehnen

Im Rahmen eines festlichen Trauergottesdienstes, zelebriert von Weihbischof Norbert Trelle, nahm die Brühl am 11. Oktober Abschied von Oberpfarrer Philipp Lehnen, der am 5. Oktober 2002 im gesegneten Alter von 94 Jahren heimberufen worden war.

Oberpfarrer Lehnen wurde am 2 Juli 1908 in Köln geboren und am 16 Februar des Jahres 1934 vom der Kölner Erzbischof Kardinal Carl Josef Schulte im hohen Dom zu Köln zum Priester geweiht. Er verbrachte die ersten Jahre nach seiner Weihe zunächst als Kaplan in Essen-Karnap und wirkte danach über 11 Jahre lang in Frechen. Nach der Gemeindereform des Jahres 1953 wurde ihm die Obhut der ´Klosterkirche´ übertragen. Und hierin fand er denn auch seine Passion: denn er verstand es damals, sowohl den Landeskonservator, wie auch die Sachverständigen des Generalvikariates für die Restaurierung der Schlosskirche nach den originalen Plänen zu gewinnen, und so das Kleinod aus der Hand von Balthasar Neumann für die Zukunft zu erhalten. Beide nämlich wollten eigentlich ´den Schutt´ abtransportieren lassen und einen völlig neuen Altarraum gestalten. Als Lehnen ihnen dann jedoch die von vielen Brühlern - initiiert und geleitet vom damaligen Kaplan Blum - in mühevoller Arbeit zusammengetragenen, sortierten und nummerierten Splitter und Stückchen des Altares und seiner Figuren präsentierte, da konnte er sich durchsetzen, und „seine Klosterkirche“ nahm im Laufe der Jahre wieder ihre ursprüngliche Gestalt an.

Da seine Nachfolger im Amte des Pfarrers an St. Margareta die Besonderheit des an diese Kirche gebundenen Titels „Oberpfarrer“ leider nicht mehr zu schätzen wussten, nahm Lehnen den Ehrentitel als letzter amtierender Brühler Oberpfarrer quasi mit in sein Grab.