Jahrgang 2017
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)


Vor 270 Jahren
Brühler Einwohnerstatistiken

An Statistiken scheiden sich gerade heutzutage die Geister: für die einen sind sie allgegenwärtig und unverzichtbar, die Anderen lesen Sie entweder nach der Steigerung „Falschaussage - Lüge - Statistik“, oder getreu der sarkastischen Anmerkung „trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“.
Wie dem auch sei, solche Erhebungen und Datensammlungen sind keinesfalls Erfindungen unserer Zeit. Schon die Bibel weist die Volkszählung von Kaiser Augustus als Grund für die Herbergssuche und Jesu Geburt in Bethlehem aus. Für Brühl stellte der Pfarrer an St. Margareta Paulus Mauel (1741 - 1777) schon im Jahre 1747 ein Einwohnerverzeichnis unserer Heimatstadt auf. Die Daten lesen sich wie folgt: 1.504 Einwohner lebten in 390 Haushalten und verteilt auf 278 Häuser. Diese Zahlen galten einschließlich der inzwischen eingemeindeten Vororte Kierberg und Heide. Vergleichen wir diese Zahlen nun einmal mit den heutigen Tagen: Im Jahre 2007, also 260 Jahre nach der Erhebung von Pfarrer Mauel, hatte Brühl 46.771 Einwohner (45.024 ohne Doppelwohnsitze) verteilt auf 16.676 Haushalte. Die Einwohnerzahl des Jahres 2017 beträgt für Brühl 47.367 (45.969 ohne Doppelwohnsitze) zum Stichtag 31. Mai.

Vor 155 Jahren
Brühl im Baedeker
Bezieht man heutzutage seine Informationen über Reise- und Ausflugsziele aus dem Internet und kann sich in wenigen Sekunden ein Bild von dem gewünschten Ort machen, so war dies in der guten alten Zeit ganz anders. Reiseführer brachten Impressionen und Berichte der Reporter und reisenden Autoren in die Wohnstuben. Und einer der bedeutendsten war zweifellos der Baedecker - eine Institution seiner Zeit. Erstmals erschein ein Reiseführer im Jahre 1832, und bereits in der siebten Auflage, die 1852 erschien, wurde auch Brühl erwähnt: unter dem Titel „Rheinreise von Basel bis Düsseldorf" hieß es für unsere Heimatstadt: „Pavillon und Belvedere sind als Gasthäuser zu empfehlen.“

Vor 95 Jahren
Erster Martinszug
„Sitten und Gebräuche am Niederrhein“ - ein Vortrag mit diesem Thema stellte im Jahr 1921 den Beginn der Geschichte des Brühler Martinszuges dar. Hierbei ging der Referent damals besonders intensiv auf die dort üblichen Martinsfeiern ein. Und nur ein Jahr später, am 10. November 1922 ging erstmals ein Kinderfackelzug durch Brühl. Gehalten wurde der Vortrag im Rahmen des Bildungsprogramm des erst kurz zuvor gegründeten Brühler Eifelvereins. Das Gehörte nahm der Brühler Zeitungsverleger Peter Becher zum Anlass, eine solche Feier auch für Brühl vorzuschlagen. Aus der Idee entwickelte sich dann unter großer Unterstützung von Seminaroberlehrer Josef Nießen der Martinsausschuss als Gremium innerhalb des Eifelvereins. Noch im selben Jahr nahmen fast 2.000 Kinder am ersten Martinszug teil. Damals wie heute ist es Tradition, dass die Kindern Ihre Fackeln für den Martinszug zuvor in der Schule basteln. Die runden Schmelzkäsedosen waren in Brühl und Umgebung in der Zeit vor dem Martinszug stets Mangelware.

Vor 45 Jahren
Thüringer Platz angelegt
Waren die letzten Jahre des Thüringer Platzes mit Sanierung und Umgestaltung ausgefüllt, so blickt er 2017 auf sein fünfzigjähriges Bestehen zurück. Es war das Jahr 1967, als auf einer brachliegenden Fläche zwischen Vochem und Kierberg ein großangelegtes neues Wohngebiet entstand. Die Gesellschaft für Bauen und Wohnen GmbH der Stadt Brühl (Gebausie) - 1949 gegründet, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen - hatte sich zum Ziel gesetzt, auf dieser Fläche einen Lebensraum für 4.000 neue Mitbürgerinnen und Mitbürger zu schaffen.