Jahrgang 2018
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 180 Jahren
Carl Schurz wird Brühler Schüler

Im März des Jahres 1838 wird ein Junge aus Liblar als neuer Schüler an der Seminarübungsschule in Brühl aufgenommen. Sein Name: Carl Schurz. Dass er einmal der erste gebürtige Deutsche sein würde, der Mitglied des Senates der Vereinigten Staaten wurde, vermochte damals noch niemand zu ahnen. Seine Intelligenz hingegen war schon damals so außergewöhnlich, dass er – obwohl aus Liblar stammend – hier in Brühl bei einer Metzgerswitwe wohnte, um am Unterricht teilnehmen zu können. Zusätzlich erhielt er noch Lateinunterricht bei dem Brühler Kaplan Hermann Josef Schmittmann. In Deutschland nahm Schurz später dann aktiv an der revolutionären Erhebung der Jahre 1847/48 teil, in deren Folge er nach Amerika emigrierte. In der neuen Heimat war er auch wieder politisch hoch aktiv: als Gegner der Sklaverei trat er der Republikanischen Partei bei. US-Präsident Abraham Lincoln entsandte ihn 1861 für etwa ein Jahr als Botschafter nach Spanien, später dann wurde er unter Präsident Rutherford B. Hayes Innenminister der Vereinigten Staaten. Er verstarb am 14. Mai 1906 in den USA. In seinen Lebenserinnerungen, deren erster und wichtigster Band noch zu seinen Lebzeiten erschienen ist, hat er über seine Kindheitseindrücke und Jugenderinnerungen anschaulich geplaudert, wobei er auch Erlebnisse und Bindungen an Brühl lebendig dargelegt hat.

Vor 320 Jahren
Kurfürstliche Jagdprivilegien
Das Datum des 26. März des Jahres 1698 weist eine Jagdschutzverordnung von Kurfürst Johann Clemens auf, mit der sich der Landesvater den großen Unmut seiner Bevölkerung zuzog. Offenbar hatten sich mehr und mehr seiner „niedrigen Untertanen“ in seinem Jagdrevier umgetan und des Kurfürsten Wildbestände deutlich dezimiert – sehr zum Leidwesen des passionierten Jägers. Und so prangerte er hierin die um sich greifende Zügellosigkeit der Bevölkerung an, und ließ dringlichst darauf hinweisen, dass kein „Unberechtigter” – und damit war so ziemlich jeder Untertan gemeint – Wildbret aller Art schießen oder fangen und Fische oder Krebse in stehenden oder fließenden Gewässern fischen dürfe! „Einzig den Adelichten Landsassen” wurde gnädigst gestattet, gemäß ihrer verbrieften Privilegien – jedoch nur außerhalb der verordneten Schonzeit zwischen Ostern und dem Ernteende – dem Vergnügen der Jagd und Fischerei nachzugehen.
Damit aber noch nicht genug: um seiner Verordnung den nötigen Erfolg zu ermöglichen, lobte der Kurfürst demjenigen, der einen Verstoß zur Anzeige brächte die Hälfte der einzutreibenden Strafe als Belohnung aus. Abschließend wurde noch verordnet, dass allen freilaufenden Hunden ein Knüppel von einer Elle Länge überzwerch anzuhängen sei, um diese am Wildern zu hindern.

Vor 155 Jahren
Neuer Pfarrer in Schwadorf
Dechant Hommelsheim konnte den Gemeindemitgliedern in Schwadorf am 2. März 1863 die bischöfliche Urkunde verlesen, durch die St. Severin als eigenständige Pfarrei in das Dekanat Brühl eingegliedert wurde – zuvor gehörte man noch zum Dekanat Aargau (Bonn). Des Weiteren verkündete er, dass gleichzeitig der „hochwürdige Herr Hubert Josef Franz Frank” zum ersten Pfarrer dieser Gemeinde bestimmt worden war.
Vor 145 Jahren
Orkanböen schaffen Verwüstung
Auch wenn man damals noch keine Wettervorhersage im heutigen Sinne kannte, und Stürme schon gar keine Namen erhielten, der Orkan, der am 12. März des Jahres 1873 über Brühl wütete, muss schon gut mit Kyrill vergleichbar gewesen sein: in Scharen hatte er Bäume im Schloßpark hinweggefegt, und riesige Flächen auf einen Schlag gerodet. So groß war die Angst der Brühler, dass die sich Tagelang nicht trauten, den Park zu betreten, um nicht in von der nächsten Böe erschlagen zu werden. Dem Bericht des Chronisten folgend, müssen im Schloßpark die Baumstämme „zu hunderten auf dem Boden gelegen” haben.

Vor 50 Jahren
Konrad-Adenauer-Straße
Nur gut ein Jahr nach dem Tod des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, wurde im März 1968 eine Straße nach ihm benannt. Die Konrad-Adenauer-Straße bildet seitdem die direkte Querverbindung von West nach Ost und verbindet die Theodor-Heuss-Straße mit der Heinrich-Esser-Straße.