Jahrgang 2020
Öffnen
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)


Vor 120 Jahren / Vor 55 Jahren
Hans Horrichs

Gleich zweifach findet der ehemalige Brühler Stadtdirektor Hans Horrichs Erwähnung in unserer Chronik: zum einen wurde er vor 120 Jahren, am 20. November des Jahres 1900 in Geilenkirchen geboren, zum anderen trat er mit Erreichen der Altersgrenze am 1. November 1965, also vor 55 Jahren, in den wohlverdienten Ruhestand.
Als Sohn eines Landwirtes war es zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei Weitem keine Selbstverständlichkeit, dass Horrichs das Gymnasium besuchen konnte. Nach dem Abitur studierte er in Bonn und Köln Rechtswissenschaften mit dem Schwerpunkt kommunales Recht. Er wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Kommunalpolitischen Vereinigung in Köln. Später war er für den Deutschen Gemeindeverlag in Berlin tätig. Wegen seiner Kritik am NS-Regime stand er im Fokus der Gestapo und musste seine Aktivitäten einschränken. Ab 1945 war er Mitglied des Bezirksparlaments von Berlin-Zehlendorf.
Im Mai 1947 war er zum Stadtdirektor Brühls berufen worden und stand federführend an der Spitze des Wiederaufbaus unserer Heimatstadt. Erfolgreich leitete er die wirtschaftliche Umstrukturierung ein und arbeitete hart für den Wiederaufstieg Brühls nach dem zweiten Weltkrieg. Von 1951 bis 1965 führte er zudem den Vorsitz im Deutschen Städtebund.
Zu seinem Nachfolger wurde dann Dr. jur. Wilhelm Josef Schumacher aus Euskirchen gewählt, er war zuvor als Oberrechtsrat in Krefeld tätig.

Vor 110 Jahren
Glückliche Fügung
Ein dreister Diebstahl in der altehrwürdigen Kloster- und Schlosskirche St. Maria von den Engeln fand im November des Jahres 1910 eine unerwartete Wendung zum Guten.
Ende 1909 war es, als das Gotteshaus Schauplatz und Tatort eines bis dahin undenkbaren Verbrechens wurde: in Brühl gab es wie damals vielerorts einen Gnadenaltar mit Marienfigur, an deren Gewand die Gläubigen Bitt- und Dankesgaben befestigten. Meistens Schmuck, also Gold- und Silberkreuze, Broschen und ähnliche Gaben. Diese wurden im Herbst 1909 gestohlen.
Der Dieb hatte seine Beute unmittelbar nach der Tat bei der Gepäckaufbewahrung am Kölner Hauptbahnhof deponiert und wurde nur wenige Tage später in Köln bei einem weiteren Raub erwischt und verhaftet. Der Gepäckschein wurde bei einer Durchsuchung gefunden, die weitere Beute alsbald polizeilich beschlagnahmt und sichergestellt.
Leider jedoch hatte man in Köln keine Ahnung, woher der Schmuck stammte, und der Dieb machte verständlicherweise keine Angaben. Und in Brühl hatte man es versäumt, den Diebstahl zur Anzeige zu bringen, da man nicht damit rechnete, dass der Raub aufgeklärt werden könnte.
So dauerte es, bis sich der Zufall – oder eine göttliche Fügung – der Sache annahm: die Kölner Polizei las fast ein Jahr nach der Beschlagnahme einen Bericht im kirchlichen Anzeiger, in dem der Diebstahl in Brühl thematisiert wurde. Und so fand die Beute doch noch ihren Weg zurück nach Brühl.

Vor 100 Jahren
Dechant Richard Bertram stirbt
Auch wenn es in der Redaktion des BBB hin und wieder zu kleinen Frotzeleien rund um die Chronik kommt, und Bemerkungen wie „was, diesmal ohne Dechant Bertram“ für Erheiterung sorgen, so ist und bleibt es unumstößlich, dass eben dieser Richard Bertram die Geschichte und das Geschick unserer Heimatstadt mitgeprägt hat wie kaum ein anderer. Allein sein Engagement für das Marienhospital mag hier belegen, wie hoch seine Verdienste sind und bleiben.
Im Telegramstil durch das Leben und Wirken: Bertram kam am 14. Juli 1834 in Stolberg zur Welt, wurde am 29. August 1859 im Hohen Dom zu Köln von Erzbischof Kardinal Johannes von Geißel zum Priester geweiht, und am 14. Oktober 1888 als Oberpfarrer an St. Margareta eingeführt. Am 4. Mai 1893 konnte er sich über das Hauptziel seiner Bestrebungen, den Beginn der Bauarbeiten für das Brühler Marienhospital freuen, das er am 18. September 1894 einweihen durfte. Viele Chronikbeiträge in der Vergangenheit weisen weitere Stationen im Leben des großen Brühlers auf, diese alle aufzuzählen würde den Rahmen eines einzigen BBB sprengen.
Anlässlich seines Diamantenen Priesterjubiläums am 29. August 1919 wurde ihm von einer Abordnung des Stadtrates der Ehrenbürgerbrief der Stadt Brühl überreicht. Seine Dankesrede schloss Bertram damals mit den Worten: „Einst sprachen die Römer das stolze Wort: ´Civis Romanus sum´ Ich aber spreche mit gleichem Stolz: Ich bin Ehrenbürger der Stadt Brühl“.
Am 24. November 1920 schloss dieser große Brühler für immer die Augen. Er fand seine letzte Ruhestätte im Hochgrab vor der Kreuzigungsgruppe auf dem Friedhof an der Mühlenstraße.

Vor 85 Jahren
Vorträge gegen die NS-Diktatur
Dechant Heinrich Fetten startet am 5. November des Jahres 1935 eine neue Vortragsreihe im Josefshaus in der Mühlenstraße. Diese, von ihm selbst später einmal als „Volkshochschule christlichen Glaubens in Brühl“ bezeichneten Ansprachen gegen die Nazis hielt er ab diesem Tage allwöchentlich. Im Beisein von jeweils mindestens zwei Spitzeln der Gestapo las Fetten den politisch Verantwortlichen mehr als nur einmal gehörig die Leviten. Er prangerte die Missstände und die Verbrechen der Diktatur offen an, nicht zuletzt waren es diese Abende, die später zu seiner Verbannung aus Brühl führten.
Diese Vortragsabende waren übrigens so gut besucht, dass nicht alle Zuhörer Platz finden konnten, und so wurde schon bald ein zweiter wöchentlicher Vortragstermin angesetzt.

Vor 15 Jahren
Mass of he Children
„Ihr Alten … und auch Ihr Jungen“ – dieser, an Psalm 148 angelehnte Leitgedanke stand über dem Chorkonzert, das der Kirchenchor St. Margareta gemeinsam mit dem Chor Wellenbrecher und den Kinderchören von St. Margareta, Brühl und St. Pantaleon, Erp am 20 November des Jahres 2005 zu Gehör brachte.
Unterstützt durch die Solisten Dorothea Kares (Sopran) und Bernhard Hüsgen (Bariton) erklangen zwei Werke eines der populärsten Chormusikkomponisten der Welt, des Briten John Rutter: Die „Mass of the Children“, und das „Magnificat“. Nicht zum ersten Mal waren Werke aus seiner Feder unter der Leitung von Regionalkantor Michael Koll in Brühl zu hören. Das Besondere an diesem Chorkonzert war zweifelsfrei die gelungene Einbindung der Kinderchöre, die gemeinsam mit den „großen“ Chören, die eigens für diese Stimmenvielfalt geschaffene Messe erklingen ließen.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.